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Drunter & drüber

1. Februar 2016

Kleider machen Leute, jetzt mit Kleinanzeige.

 

Ich habe einen Koffer weiße Wäsche geerbt, Aussteuer von vor vielleicht hundert Jahren aus einer befreundeten Familie. Zarte Baumwollhängerchen mit geometrischen Musterkanten, gesteppte Jäckchen mit Rüschen überall, bauschige Unterhosen mit knöpfbarer Klappe; sogar eine Nachthaube ist dabei.

Ich schaue mir die Sachen gerne an, die Stickereien, die weißen Stoffe, luftig für den Sommer, wärmend für den Winter. Von Hand hergestellt, verziert und mit Monogramm versehen, waren das richtige Wertsachen. Viel zu schön, um zu verstauben; eigentlich sogar zu schön, um drunter getragen zu werden.

L., die neulich zu Besuch war und die solche Dinge mag, meinte: dann trag’s doch drüber! Und in der Tat, manchmal lohnt es sich, das Unterste zuoberst zu kehren. Die Besitzerin der Wäsche hätte sich vor hundert Jahren keinesfalls so unter Leuten gezeigt; ich hingegen bekomme gesagt: oh, was für eine schöne Bluse, hast du die neu?

 

 

 

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11 Kommentare leave one →
  1. 1. Februar 2016 10:12

    Hihi … Köstlich. Die steht dir aber echt!

    • 1. Februar 2016 12:59

      Du kennst sie ja sogar, die Bluse! Danke! (Und falls Du so was aus Leinen tragen würdest: jedes Stück, das ans Licht der Sonne kommt, freut mich, und die Stifterin auch.)

    • 1. Februar 2016 13:16

      Ich trage gerne Leinen, bin aber ähm geringfügig umfangreicher als ich die Stifterin vermute (und dich weiß).

    • 5. Februar 2016 8:45

      Vielleicht kann man die Teile ändern? Z.B. rechts und links einen Streifen in einer Kontrastfarbe einsetzen? Bei Wäsche stelle ich mir das sehr hübsch auch mit einem gestreiften Stoff als „Einsatz“ vor.

    • 5. Februar 2016 10:36

      Die Idee ist schön. So frau nähen kann. 😉

    • 1. Februar 2016 17:13

      Kriegst Mail.

  2. Ferrer permalink
    1. Februar 2016 11:06

    Aber selbstverständlich kann man die Unterwäsche drüber tragen! Was Superman recht ist, kann uns nur billig sein :-)

    • 1. Februar 2016 13:00

      Vielleicht war das das Geheimnis seiner Flugfähigkeit, und wir wissen es nur nicht, weil sich keiner traut, es auszuprobieren?

    • 1. Februar 2016 13:20

      Jetzt komm aber bitte nicht auf die Idee, von einem Hochhausdach zu Flugversuchen anzusetzen! (Sonst gibt es voraussichtlich keinen lakritzschen Kleider-Beitrag zum Buchstaben E mehr ;-)

      Im Ernst: Vielen Dank für das Drunter & Drüber. Ich bewundere diese Stringenz. Und außerdem könnte ich mir gut vorstellen, dass mir auch die Stickhemdchen gefallen würden.

    • 1. Februar 2016 17:16

      So leicht kommst Du nicht um den Buchstaben E herum. Ich hab grad einen Heidenspaß mit der Aktion. .)
      Und die Hemdchen: da freue ich mich über alle Anregungen. Wie gesagt, ein Jammer, sie nicht zu tragen.

Trackbacks

  1. Kleider machen Leute – von A bis Z | Wortmischer

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