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Vom Nutzen der Pferde

8. März 2008

Qype-Beitrag zu Pferdemetzgerei Guido Bobenrieth GmbH, Bergstraße 39, 66115 Saarbrücken, Bewertung: ***** (von 5)

Früher hatte ein Pferd ein langes Arbeitsleben als Zug-, Reit- und Lasttier. Und am Ende wurde es gegessen. Heute sind Pferde Streicheltiere und Pferdemetzger eine Seltenheit.

Dicht an Frankreich, im Saarbrücker Stadtteil Burbach, gibt es einen: Guido Bobenrieth, der Pferde nicht nur züchtet, sondern auch schlachtet, ihr Fleisch verarbeitet und verkauft.

In der ehemaligen Tankstelle in der Bergstraße — auf dem Dach leuchtet das Bobenriethsche Wappen, zwei steigende Pferde auf rotem Grund — bekommt man Fleisch, Wurst und Schinken vom Pferd. Manchmal hängt ein Schild im Fenster: »Heute Fohlen!« Dann sind die Filets besonders zart.

Man könnte Bobenrieth für herzlos halten, weil an der weißgekachelten Wand des spartanischen Verkaufsraumes Pferdeposter hängen. Und ein Zeitungsartikel: »Diese Hände haben schon 3000 Pferde geschlachtet« steht da in dicken Lettern. Dabei ist er einfach nur sachlich; seine Kunden sollen wissen, was sie auf den Tisch bekommen.

Man kann merken, ob der Metzger gut ist und den Tieren ein streßarmes Ende bereitet. Streß macht das Fleisch blaß und wäßrig. Bobenrieths Pferdefleisch ist dunkel und fettarm — und es ist günstig. (Kein Wunder bei den Skrupeln, die so viele Fleischesser beim Wort Pferd plagen.) Was ist mit den Würstchen, sind die nur aus Pferd? — Nein, da ist »dodi Wutz« mit drin. Sonst wären sie zu mager.

Einmal pro Woche ist Herr Bobenrieth auf dem Markt in St. Johann und verkauft dort seine Frikadellen, Braten, Rouladen und Filets. Wer spezielle Wünsche hat (wie etwa den hervorragenden Pferdeschinken mit der Pfefferkruste), sollte tunlichst vorher bei ihm anrufen.

Wie Pferdefleisch schmeckt? Gut, sehr gut, würde ich sagen. Wenn man das Glück hat, einen guten Pferdemetzger zu kennen.

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5 Kommentare leave one →
  1. philipp1112 permalink
    5. Oktober 2010 13:32

    Ich oute mich und sage:

    Mir schmeckt Pferdefleisch

    Trotzdem esse ich es selten, weil es nicht oft die Gelegenheit dazu gibt.

    • 5. Oktober 2010 14:03

      Weißt Du eine ordentliche Bezugsquelle im Raum WI-MZ-(FfM)?

  2. walterlenz permalink
    5. Oktober 2010 15:48

    Beim Thema Pferdefleisch erschrecke ich immer ein bisschen. Pferde kenne ich eigentlich nur als sündhaft teure Vollblüter von der Rennbahn. Aber recht bedacht gibt es bei uns in jedem dritten Dorf eine Pferdemetzgerei. Und ich kenne genügend Leute, die Pferdefleisch oft und mit Genuss essen.

  3. philipp1112 permalink
    5. Oktober 2010 16:27

    Wenn ich Gelegenheit habe, esse ich Pferdefleisch im Lokal. Als ich vor Jahren mit Kollegen vor etlichen Jahren mal in Lausanne zum Essen war, gab es dort Pferd, genauer: Teile davon:
    Ich rief Entsetzen bei meinen lieben Kolleginnen hervor, sie betrachtete mich so, als ob ich ein Kannibale wäre. Einige ganz nette meinten, dass meine Wahl wohl mit mangelnden französischen Sprachkenntnissen in Zusammenhang stünde. Mir mangelt es zwar an den Kenntnissen, die Speisekarte hatte ich aber richtig verstanden. Nach meiner Erklärung wanderten dann die netten Kolleginnen auch ins Lager derer ab, für die ich der „Igitt-Kannibale“ war.

  4. 4. März 2011 23:04

    Bezeichnenderweise sagt man ja ausgerechnet in England – wo man angeblich aus Respekt vor den edlen Tieren kein Pferdefleisch isst -, wenn man einen Bärenhunger hat: „I could eat a horse!“ Da vergisst sich wohl selbst der eingefleischte Pferdefreund. Vermutlich verarbeitet man die Kadaver lieber zu Hundefutter.

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