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Pantoffeln

13. Februar 2016

Kleider machen Leute. Für jeden was dabei.

 

Als Kind trug ich sommers steife Holzpantinen mit einem lockeren Riemen. Damit war ich glücklich: die nahmen ein Bad im Bach nicht übel, man hatte sie schnell ausgezogen, und barfuß ist jeder Sommer besser; für Kinder auf jeden Fall.

Später hatte ich die üblichen Pantoffeln, die man halt so hatte; und dann lernte ich Puschen kennen. Die waren ungefähr das Gegenteil der luftig-genügsamen Holzvariante: man trug sie nur drinnen, und sie hatten Synthetiksohlen, Synthetikobermaterial, sogar Synthetikfutter; das alles war schnell ausgelatscht, dann aber erschreckend lange haltbar und nahm Gerüche auf wie der sprichwörtliche Schwamm. Fand ich furchtbar; und doch: auch diese Puschen wurden heiß und innig geliebt.

Tja. Eulen und Nachtigallen, und über Geschmack läßt sich nicht streiten, und wo die Liebe hinfällt, herrje. Da kann man wohl nichts machen.

 

 

 

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12 Kommentare leave one →
  1. 13. Februar 2016 14:21

    Apropos Holzpantinen: So ungefähr ab Woodstock waren ja diese „Clogs“ der letzte Schrei. Und zwar sowohl für Frauen wie auch Männer. Ich konnte auf den Dingern nicht gehen … also gehen im technischen Sinn schon, aber ich muss ausgesehen haben wie ein besoffener Stelzengänger. Und womöglich mal etwas schneller zur S-Bahn laufen? Unmöglich.

    Seither erkenne ich die überlegenen Fähigkeiten des weiblichen Geschlechts im Umgang mit Schuhwerk uneingeschränkt an. Und bedanke mich natürlich im gleichen Atemzug für Deinen Beitrag zum Kleiderschrank, äh, ich meine: Schuhschrank, in diesem Falle ;-)

    • 13. Februar 2016 14:27

      Jetzt wo Du’s sagst: ich habe ein Weilchen zwischen Pantoffeln und Plateauschuhen ge(hihi)schwankt. Es ist nämlich keinesfalls genetisch determiniert, ob man auf Absätzen vom Fleck kommt oder nicht; ich hatte mal ein Paar, auf denen konnte ich nur herumstehen, das allerdings dekorativ. Für die Strecken zwischen den Standplätzen zog ich sie besser aus.

  2. 13. Februar 2016 16:43

    Herrje, hier tun sich ja Erinnerungen auf … :-)
    Was du Holzpantinen nennst, hieß bei uns Holzschläpper. Mit ä, weil von Schlappen. Die waren flach und ich hatte welche mit einer Kuhle in der Sohle, d.h. die Zehen wussten, wo sie hingehörten und rutschten nicht so leicht weg beim Rennen. Das konnte ich nämlich durchaus mit ihnen, ich konnte sie irgendwie festhalten mit den Zehen. Frag mich nicht, wie, ich war noch ein Kind.

    • 13. Februar 2016 16:49

      Hach, schön! .)
      Klar konnte man mit den Pantinen rennen. Radfahren auch. Und vermutlich auch klettern und ballspielen. Also, damals; ich bin nicht sicher, ob ich heute damit eine Treppe runter käme.

    • 13. Februar 2016 16:58

      Heutzutage würde ich mit den Dingern wahrscheinlich aussehen, als gehe ich auf rohen Eiern, aber aus nostalgischen Gründen würd ichs nochmal versuchen. Es gab ja auch immer so ein nettes Geräusch, wenn beim Gehen das hintere Schläpperteil auf die Ferse knallte. Ich konnte machen, dass das recht laut wurde. Damit man mich auch wahrnimmt. ;-)

    • 13. Februar 2016 17:54

      Meine Mutter ist in Clogs sogar Auto gefahren.

    • 13. Februar 2016 18:10

      Anhora, stimmt, die Holzpantinen hießen bei uns auch Kläpper! Danke fürs Erinnerungenschubsen!
      Und Herr Solminore, in Clogs, jaja. Aber die Pantinen, das waren nix weiter als Brettchen mit einem Querriemen. (Aber wer weiß, Kinder könnten darin vermutlich sogar autofahren …)

  3. karu02 permalink
    14. Februar 2016 18:38

    Oh, die unverwüstlichen Klepper (mit ä?). Zwischen 14 und 16 habe ich in der Freizeit nichts anderes getragen, im Winter mit dicken Socken, die Riemen konnte man ja verstellen.

    • 14. Februar 2016 18:43

      Hm, vielleicht auch Klepper … ich habe das Wort nie geschrieben gesehen. Klappern konnten sie jedenfalls. .)

    • karu02 permalink
      14. Februar 2016 18:54

      Ich habe es immer mit e gedacht, wenn auch nie geschrieben. Ja, das gab so ein schönes Selbstgefühl, sich selbst in Bewegung zu hören.

    • 14. Februar 2016 18:58

      So ähnlich wie die berühmten Klackerschuhe … Dann kommt es vielleicht gar nicht auf die Höhe der Absätze, sondern nur auf den Resonanzkörper an.

Trackbacks

  1. Kleider machen Leute – von A bis Z | Wortmischer

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