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Tarte Tatin

30. September 2020

Die besten Äpfel kommen, wie man weiß, vom Niederrhein. Und die beste aller Apfelsorten ist, da bin ich mir einig, die Ananasrenette. Von denen habe ich ein Halbdutzend bekommen, von der Gärtnerin selbst überreicht. Trocken war es dieses Jahr und lange ungewiß, ob sie überhaupt was werden würden. Sind sie – sie sind klein und dunkelgelb, duften intensiv nach Ananas und schmecken besser als alles, was ich in diesem Jahr sonst so hatte.

Dieses Gold ist echt.

Um sie einfach so zu verschlingen, sind sie zu kostbar; also wird daraus eine Tarte Tatin. Dazu müssen sie hauchfein geschält – die Schalen und Gehäuse esse ich komplett, so ist es kein Verlust – und dünn geschnitten werden; dann kommen sie mit Zucker und Butter in die Pfanne und werden goldgelb karamelisiert. Die Pfanne kalt werden lassen – das ist wichtig, denn jetzt kommt der Mürbeteig als dünne Scheibe auf die Apfelschicht, und dann geht das Ganze in den Backofen. Wäre die Pfanne noch heiß, würden die Äpfel verbrennen; hätte sie einen Kunststoffgriff, wäre der jetzt weg.

Am Ende wird die Tarte gestürzt und mit einem Schlag Sauerrahm pro Stück verzehrt. Die Ananasrenetten kommen voll zur Geltung: weder mehlig noch matschig, mit genau der richtigen Säure und eben dem Geschmack, den nur diese Sorte hat.

Dank der Schenkerin – es war ein Fest!

11 Kommentare leave one →
  1. 2. Januar 2021 1:04

    Hallo & guten Tag,

    das klingt wie ein gutes Rezept – wenngleich wahrscheinlich mangels Zugang eine andere Apfelsorte zum Einsatz kommen muss ….
    Hätten Sie die Freundlichkeit noch die Zutaten für den Teig und weitere Hinweise zum besseren Gelingen mitzuteilen?

    • 2. Januar 2021 1:14

      Oh, das ist so ein bißchen Handgelenk oder Internet … Ein Teil Zucker, zwei Teile Butter, drei Teile Mehl, schnell verarbeitet und dünn ausgewalzt, so geht der Teig. Wenn die Äpfel gut sind, brauchen sie nur Zucker und Butter; sonst können auch Gewürze helfen. Ich weiß nicht, hilft das?

    • 3. Januar 2021 0:17

      Danke für die Erläuterungen!

      ich kenne das von meiner Mutter – das war bei ihr nach Lust & Laune mal mehr, mal weniger – insoweit reicht es also . Da ich Zimt liebe und die Äpfel wahrscheinlich nicht den starken Eindruck machen wie bei Ihnen nehme ich etwas Zimt und ganz wenig Nelkenpulver hinzu.

    • 3. Januar 2021 15:57

      Ah, das klingt gut! Es ist immer hübsch, wenn Rezepte oder andere praktische Tips sich aus Blogs verbreiten, am besten dann, wenn es gar nicht beabsichtigt ist. .)

    • 9. Januar 2021 16:54

      Es tut mir leid, wenn ich hier mit meiner Frage die thematische Intention des Artikels verschoben habe. Es war ja wohl dem Hinweis von Ihnen zu entnehmen, dass Sie es anders beabsichtigt hatten.
      Da wir nun aber einmal angefangen haben über die praktische Seite zu reden will ich → DORT (https://www.re-actio.com/wordpress/?p=108233) weiter darstellen was dazu für mich beachtenswert scheint.

    • 10. Januar 2021 15:29

      Haha, neinnein! Ich betreibe hier ja nun wirklich kein Kochblog, nicht mal betrunken und mit zusammengekniffenen Augen betrachtet. Insofern ist das sehr hübsch, wenn hier ausgerechnet Rezepte gefunden werden. Freut mich!

  2. 2. Januar 2021 11:46

    Hmmm, auch hier weht mich ein Duft an.

  3. karu02 permalink
    2. Januar 2021 15:31

    Die Freude über die Äpfel freut mich sehr. Es ist schade, dass kaum noch alte Apfelsorten angeboten werden, die Ananasrenetten sind nämlich auch gut Lagerfähig, sie werden etwas mürber, haben aber bis jetzt noch keine faulen Flecken und keine Schrumpelhaut. Noch ca. 3 Wochen, dann werdenn sie mehlig.

    • 3. Januar 2021 16:00

      Ich habe zum Glück einen Marktstand, der tut, was er kann. Seit ich James Grieve, Kaiser Wilhelm, Goldparmänen und eben Ananasrenetten kenne, mag ich die Norm-Sorten nicht mehr.

  4. 9. Januar 2021 5:52

    Als meine Eltern den Garten kauften, bekamen sie eine Liste der Obstbäume darin. Goldparmänen und zwei Sorten Renetten, an die ich mich nicht mehr genauer erinnere, sowie rote und weiße James Grieve gab es da unter vielen anderen. Wahrscheinlich war der Garten eine Fundgrube alter Sorten. Ananasrenetten kannte ich bisher nicht. Ich müsste mich mal wieder mit dem Thema beschäftigen.

    • 10. Januar 2021 15:34

      Oh, das hört sich wunderbar an. Die Sorten, aber wohl auch der ganze Garten. (Daß da einer eine Liste macht –!) Für alte Sorten braucht man, wenn man den Anbau nicht selbst in die Hand nimmt, sehr, sehr gute Obsthändler; aber vielleicht hat der große Markt in Ihrer kleinen Stadt ja so was. Läuft leider unter Luxusware. (Dazu nur: es gibt eine Kelterei namens Van Nahmen, die machen sortenreine Apfelsäfte. Fände ich normalerweise so naja, aber da sie – dank opferwilliger Erzeuger – am Niederrhein für die Erhaltung von Streuobstwiesen sorgen, gefällt mir das.)

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