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Keks für alle Fälle

20. Dezember 2018

Schmecken bedeutend besser, als sie aussehen.

Das beste Pfeffernußrezept weiß ich von R., der am Meer lebt. Ich mag es auch, weil es zwei Tage dauert und man so zwar zweimal die Küche verwüstet, aber beide Male nicht bis in die Puppen. Gebacken habe ich mit dem Herrn Buchfink, denn es backt sich allemal besser in Gesellschaft, vor allem solcher, die was zu erzählen hat; einziger Nachteil: man muß nachher die Kekse teilen.

Man nehme den großen Topf. Nicht den zweitgrößten, der reicht nicht für Butter, Zucker und Sirup; und Sirup, kocht man ihn, kommt hoch. Etwas warten, sonst ist es zu heiß, dann noch ein gutes Kilo Mehl dazu. Am Anfang reicht Rühren, aber irgendwann muß man mit den Händen in den Teig. Es duftet nach Butter und Karamel, und es klebt. An den Fingern, den Ellenbogen, der Stirn, am Pullover, in den Haaren, auf der Arbeitsplatte … (Wer ungefähr wissen will, wie, lese in Antony Woodwards Garden in the Clouds das Kapitel „Bees“.)

Pottasche stinkt, muß aber wg. Backtriebmittel. Weil zwei 10-Gramm-Tütchen etwa so viel kosten wie eine Kilo-Dose, steht mein Lebensvorrat Pottasche im Backregal und ist ein weiterer Grund, Pfeffernüsse zu backen.

Ist der Teig satt und glatt geknetet, kommt er an einen kühlen Ort und die Bäckerin an einen warmen, um zu ruhen. Einen Tag, zwei, ach, fünf oder sechs – auf einen mehr oder weniger kommt’s nicht an.

Am Backtag dann den Herd auf 155 Grad vorheizen. Vielleicht ist es auch etwas mehr oder weniger, das macht die Sache spannend, zumindest beim ersten Blech. Eine fingerdicke Rolle herstellen, zentimeterdicke Scheiben daraus schneiden und diese auf Backpapier setzen. Nicht zu eng – da geht noch was.

Dann die Nerven behalten. Daß sie aufgehen und zusammenfallen, ist normal, aber der Grat zwischen „die sind noch nicht durch“ und „die werden schwarz“ schmal; eine Viertelstunde Backzeit scheint da ewig. Notfalls das erste Blech wegwerfen. Weich kommen die Kekse vom Blech, mit dem Abkühlen werden sie hart und lecker.

 

Braune Pfeffernüsse

450 g Sirup
600 g Butter
640 g Zucker
1,3 kg Mehl
160 g gehackte Mandeln
knapp 0,2 l Sahne
13 g Pottasche (in warmer Milch auflösen und zum Mehl geben)
abgeriebene Biobergamotte (eigentlich: Biozitrone)
Zimt (1 ganz kleiner Löffel)

Sirup, Zucker und Butter in einem Topf erhitzen und gut verrühren; anschließend wieder abkühlen lassen.
Restliche Zutaten einrühren/-kneten und den Teig für mindestens einen Tag kühlstellen.
Rollen formen, in Scheiben schneiden und bei Umluft 155° ca. 15 – 20 Minuten backen.
Kurz abkühlen lassen und vom Blech nehmen.

4 Kommentare leave one →
  1. 21. Dezember 2018 3:45

    Die habe ich auch schon lange nicht mehr gemacht.

    • 24. Dezember 2018 11:49

      Sind ja Ganzjahresplätzchen, daher nicht auf Weihnachten beschränkt!

  2. 23. Dezember 2018 19:56

    Klingt gut! Frohe Festtage mit hinreichend vielen Pfeffernüssen.

    • 24. Dezember 2018 11:51

      Danke, und: gleichfalls! Das mit den Pfeffernüssen wird die Post richten können, nur vielleicht doch besser nach Weihnachten. Zu den Feiertagen sind die doch immer etwas überfordert …

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