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Alles am Fluß

30. April 2017
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Noch ist April, jedes Grün ganz neu, Laub wie gelackt, und ein hüpfender Wind verzwirbelt den Promenadenstaub mit Sonnenlicht zu schiefen Bannern. Ich betrachte Hunde und ihre Menschen, Kormorane und die Möwen, die im Flug vom Fluß nippen; graugrün fließt er heute, von Brisen in alle Richtungen gekämmt.

Der Himmel trägt sich ganz allein. Man müßte, denke ich, während der Wind Schaumkrönchen auf die Wellen setzt, ein großes Stückchen gehen. Ein Boot kapern, vielleicht, und die Flußmündung erkunden. Kuchen backen mit Guß und Füllung. Sich mal wieder gründlich verlieben, in einen Sachverhalt oder in etwas, das zu tun ist. Da lacht er, der Wind, und treibt einen Schwarm derangierter Papierservietten vorbei. Hui! So weit schon ist das Jahr!

Die Sonne brennt mir auf die Nase, hintenrum wird’s langsam kühl, und ich lasse den Fluß den Möwen, die Promenade den Spazierenden. Nur die Taschen fülle ich mir noch mit Leichtigkeit; hoffentlich haben sie kein Loch.

 

 

 

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16 Kommentare leave one →
  1. 30. April 2017 18:11

    Danke für die leichte Brise

  2. 30. April 2017 20:45

    Ein Text wie ein Glückshauchsommerfrühlingstagwind. Mag ich.

    • 2. Mai 2017 19:05

      Danke! Jetzt regnet’s, aber der Glückshauch hält vor.

  3. mickzwo permalink
    30. April 2017 22:53

    „Am 1.Mai ist der April vorbei.“ Gehört von einem westf. Schäfer.

    • 2. Mai 2017 19:06

      Jaja, an manchen Bauernregeln ist doch was dran! .))

  4. karu02 permalink
    1. Mai 2017 14:10

    Wenn ich schon nicht dabei sein konnte, so kann ich doch in Deinen Worten baden. Danke, Du hast wieder einmal die richtigen gefunden.

    • 2. Mai 2017 19:07

      Wenn schon keine Bilder … (Wiesen. Die hätte ich auch gern, manchmal.)

  5. 1. Mai 2017 17:06

    Schön, das Du an die Kormorane am Himmel und im Wasser denkst. Ein fröhlicher Text mit Tiefgang.

    • 2. Mai 2017 19:08

      Die Kormorane sind die erstaunlichsten Vögel hier. Eben noch bis zum Hals im Wasser, dann schon in der Luft, mit tropfendem Federkleid …

  6. 4. Mai 2017 21:13

    So lyrisch, so flussromantisch – und erst die Taschen voller Leichtigkeit….

    • 6. Mai 2017 18:24

      Hach, der Fluß. Kann man sich kaum gegen wehren.

  7. 6. Mai 2017 11:02

    Irgendwann bekommen Taschen Löcher. Füll doch einfach deine Lungen mit Leichtigkeit und schwebe ein bisschen! Danke für die starken Bilder vom Fluss.

    • 6. Mai 2017 18:25

      Das ist ein ausgezeichneter Plan! Und dann bis zu einem schönen Landeplatz die Luft anhalten …

    • 6. Mai 2017 18:32

      Leichtigkeit entweicht nicht mit der Luft. Ich rate zu unbeschwerter Bauchatmung.

  8. 6. Mai 2017 20:34

    Wunderschön! Hoffentlich ist noch immer ein gutes Maß an Leichtigkeit in den Taschen.

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