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Das Museumsmuseum

2. Juni 2016

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt hat eine bewegte Geschichte: eine fürstliche Krempelsammlung, später standesgemäß untergebracht und bedeutend erweitert, wissenschaftlich kuratiert, innovativ präsentiert; nationalistisch gesäubert, abgebrannt, schließlich schrittweise modernisiert. Sieben Jahre war es geschlossen, und seit 2014 kann man sich hier anschauen, wie ein Museum vor gut hundert Jahren aussah.

Viele Tiere. Wenig Fleisch.

Viele Tiere. Wenig Fleisch.

Die Bilder sind stark; in gründerzeitlicher Pracht ist aller Stolz der Wissenschaften ausgestellt. Vitrinen voller Vogelbälger, wie sie die Forscher von ihren Reisen schickten. Präparierte Skelette; ausgestopfte Tiere, in Dioramen arrangiert zu fast lebendigen Szenen. Gründlichkeit. Systematik. Oh, so viele Gewißheiten, man muß nur entschlossen danach greifen.

Alles in diesem Museum wurde entstaubt und aufgefrischt und in einen möglichst originalen Zustand gebracht, und nun sieht man hier nicht einfach Paläontologie, Geologie und Zoologie, sondern man sieht ein Museum, das Museumsgeschichte ausstellt. Eine Zeitreise, auf der wir heutigen Menschen – die um Klimawandel, um Artensterben, um die Endlichkeit der Ressourcen wissen – dem damaligen begegnen, der im Bewußtsein, Krone der Schöpfung zu sein, die unerschöpfliche Vielfalt des Planeten als Geschenk hinnahm.

da-messel da-hase da-hyaene da-vitrine

Das sind solche Dinge, von denen ich nicht genug bekommen kann. Ich muß da unbedingt mal ein paar Stunden verloren gehen. Dringliche Besuchsempfehlung! Und großer Dank an Frau Amsel für den Tip!

 

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Vom Bahnhof aus zu Fuß: ca. 20 Minuten

Blick in die Ausstellung (Tierpräparate).

 

 

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11 Kommentare leave one →
  1. 2. Juni 2016 20:36

    Toll, danke für den Bericht. Ich mag solche Museen, schon berufs- und studienbedingt.
    In der Grube Messel gibt es übrigens auch ein Museum. Man kann sogar Gruppenführungen in den Steinbruch buchen.

    • 2. Juni 2016 21:18

      Klingt nach einer interessanten Klassenreise. .) Da muß ich wohl auch mal hin; so viele Museen, so wenig Zeit –!

  2. karu02 permalink
    2. Juni 2016 22:20

    Das wirkt anziehend zumal man offenbar fotografieren darf. Danke für den Hinweis auf dieses Museum.

    • 3. Juni 2016 8:12

      Oh, Dir würde es sicher gefallen!
      (Ähem — es hat mir zumindest keiner das Bildermachen verboten. Aber da ich denke, daß ich einem Museum nicht schade und bestenfalls ein paar Besucher zuführe, habe ich da auch wenig Skrupel.)

  3. 2. Juni 2016 23:07

    Gern gelesen, vor allem: „Viele Tiere. Wenig Fleisch.“ – Super Lacher :-}

    • 3. Juni 2016 8:13

      Hach! Ein Abnehmer für die schlechten Witze, gegen die ich mich immer so schlecht wehren kann. ,) Danke!

  4. 3. Juni 2016 22:56

    Habe das Museum im Januar besucht und war von der Jugendstilsammlung ganz angetan. Die paläontologische Sammlung (siehe Deine Fotos oben) fand ich etwas gruselig.

    Hier ein paar Bilder von mir: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.841733815939680.1073741830.100003092079504&type=1&l=631da4a451

    • 4. Juni 2016 8:28

      Da bin ich wohl genau andersherum durchgegangen (und nicht so weit gekommen). Ich wollte die Haeckel-Zeichnungen sehen.
      Muß eindeutig noch mal hin.

  5. 18. Juni 2016 17:29

    Das Museum im Museum?

    • 18. Juni 2016 17:32

      Gehört gelegentlich ausgestellt, ja. (Hier ist es volle Absicht. Auf eine andere Art entzücken mich Museen, die in der Zeit steckengeblieben scheinen; wo seit Jahrzehnten nur das Nötigste repariert und nie etwas modernisiert wurde.)

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  1. Blogbummel Juni 2016 – buchpost

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