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Happy End II

23. Februar 2016

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So schön: schwarz natürlich, aus Seide, mit elegant geschwungener Schellackkrempe und hohem Kopf – ein Zylinder! Schön wie Frackschöße und Stockschirm! Gerne hätte ich selbst einen getragen als junges Ding, doch wurde ich bei keinem Trödler in meiner Größe fündig; und neu? Aussichtslos.

Was also lag näher, als einen guterhaltenen Chapeau Claque zu erstehen und ihn dem Liebsten zu verehren? Der lieh sich einen Frack dazu, legte einen weißen Seidenschal um den Hals und ging mit mir aufs Fest.

Mit Hut und Schuhen war er nun zweizwanzig lang; biegsam und schnell und mit blitzenden Augen. Er überstrahlte den Saal, schwarz und weiß. Alle drehten sich um nach ihm, viele tanzten mit ihm; als aber das Fest vorbei war, da kam er für den Rest der Nacht, was Frack und was Zylinder!, heim mit mir.

P.S.: Was ich anhatte an diesem Abend? Das hier.

 

 

Das war mein ganz persönliches A–Z im Gefolge des „Projekts Kleider machen Leute“, wo sich jede Menge witziger, warmer, frecher, herzzerreißender Texte quer durch den Kleiderschrank gesammelt haben. Herzlichen Dank an den Herrn Wortmischer, dessen Geduld ich strapaziert habe; mir war es ein Vergnügen! Und Chapeau vor diesem Organisationstalent!

 

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4 Kommentare leave one →
  1. 23. Februar 2016 8:06

    Also: Das Vergnügen war (ist) ganz meinerseits und gewiss auch auf Seiten aller anderen Leser, die im Kleiderschrank herumgewühlt haben.
    Vielen lieben Dank für die vielen Texte, die immer zum Nachdenken anregten oder schon mal zum Schmunzeln waren.

    Ich hoffe, Du schaust mal wieder vorbei – spätestens wenn ich irgendwann das nächste Mitschreib-Projekt ausrufe. Denn dies wird unvermeidlich sein, soviel Spaß, wie mir die Aktion gemacht hat.

    • 23. Februar 2016 9:33

      Na, Ehrensache! Ich wünsche weiterhin solch unwiderstehliche Einfälle.

  2. 23. Februar 2016 9:14

    Mein Großvater hat bei seiner Hochzeit einen getragen. Viele Jahrzehnte später trug ihn sein Schwiegersohn bei seiner eigenen goldenen Hochzeit.

    • 23. Februar 2016 9:35

      Zwei Sätze, eine Familiengeschichte. Und: wirklich was Besonderes, diese Kopfbedeckung.

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