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Und: Bücher.

27. Januar 2016

Ich habe es wieder geschafft: auch im neuen Lieblingsladen gehen die Buchhändlerinnen in Deckung, wenn ich komme. Die Chefin hat es sehr charmant zusammengefaßt: Ist halt schwierig, wenn man nicht die aktuellen Bestseller liest.

Ist es die Möglichkeit — Der Glocken Schlag, ein Klassiker der Krimiliteratur, nicht lieferbar?

Kürzlich ein ganz wunderbares, skurriles Buch mit Vergnügen gelesen — und dann stand da: Wem wird hier gedacht? Ein ganzes Kapitel lang Gedenken mit Dativ. In der Stimme des Autors. Wieder und wieder. Das war’s dann für mich; ab da las ich das Buch bloß noch korrektur. Ein Jammer.

Ein paar alte Lieblingsbücher nachgekauft und mit Erschrecken festgestellt, daß es eine neue Sorte Paperback-Umschlag gibt, farbstark und — klebrig. Ich werde ihnen wohl kleine Packpapierjäckchen basteln müssen, um sie anfassen zu können.

Zwei, drei ganz und gar wunderbare Sachen gelesen, nur eine richtige Pleite, und jetzt mal wieder Austen. Warum nicht.

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36 Kommentare leave one →
  1. 27. Januar 2016 17:15

    Das habe ich jetzt nicht verstanden. Für aktuelle Bestseller braucht man doch keine Buchhandlung aufzusuchen? Die gibt es schließlich in jedem Bahnhof. Ich möchte wetten, dass der Duden gedenken + Dativ inzwischen zulässt. Und falsche Konjunktive. Und „Sie hing die Wäsche auf“, „Ich hab das Licht ausgeschalten“ etc. Nein, ich schlage das nicht nach, sonst würde ich mich nur ärgern …

    Also, ich gebe Dir jetzt mal einen Lesetipp. Das Buch (Low Fantasy heißt das Genre wohl, habe ich gerade von der Übersetzerin Angela Plöger gelernt, der finnische Autor bezeichnet es als „realfantasy“ in seinem englischsprachigen Blog) gehört zu den wenigen, die mich restlos begeistern. Ich habe keine Lust, in meinem privaten Blog Rezensionen zu schreiben, denn das wäre ja Arbeit :-) Vielleicht kann ich mich wenigstens zu einer Leseempfehlung in der nächsten Zeit überwinden. Mir widerstrebt es, den Inhalt von Büchern vorwegzunehmen, weshalb ich auch Waschzettel/Klappentexte und Rezensionen immer erst nach der Lektüre zur Kenntnis nehme.

    Hier schon mal Titel und Autor:

    http://www.aufbau-verlag.de/index.php/literatur-unterhaltung/romane-erzahlungen/lauras-verschwinden-im-schnee.html

    Du wirst es nicht nur in Deinem neuen Lieblingsladen bestellen können, sondern bekommst es auch in Büchereien – wie ich unlängst. Verschenkt habe ich es auch schon und damit Begeisterung ausgelöst. Seit Christian Krachts *Imperium* habe ich mich nicht so gut unterhalten gefühlt.

    In der englischen Übersetzung hat der Roman Furore gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass viel weniger Bücher ins Englische übersetzt werden und die wenigen um so mehr auffallen. Vielleicht verschwand dieser Roman auch in der Menge der finnischen Titel, die aus Anlass der Buchmesse mit Finnland als Gastland auf Deutsch erschienen sind.

    Viel Spaß bei der Lektüre!

    • 27. Januar 2016 18:32

      Meine Buchhändlerin war begeistert: Das können wir bestellen! (Allseitiges Hurra.) Danke; über solche Empfehlungen freue ich mich. Wäre ich allein nie drüber gestolpert.

    • 27. Januar 2016 18:47

      Ich stolpere nie über Bücher, sondern umgekehrt. Irgendwie finden die auf magische Weise (Zauberhand?) in meine Hände. Dann weiß ich, sie möchten von mir gelesen werden.

      Schön, dass ich Deiner Buchhändlerin zu einem Erfolgserlebnis bei Dir schwierigen Kundin verhelfen konnte! :-)

    • karu02 permalink
      27. Januar 2016 21:31

      Ich bin zwar nur Zaungast hier, greife die Buchempfehlung aber auch gerne auf. Besten Dank.

    • 27. Januar 2016 21:46

      Man könnte das Buch auch als literarischen Krimi verstehen.

    • karu02 permalink
      28. Januar 2016 14:41

      Umso besser.

    • 28. Januar 2016 11:14

      Ich möchte wetten, dass der Duden gedenken + Dativ inzwischen zulässt.

      Die Wette hätten Sie verloren. In der Ausgabe 22 aus dem Jahr 2000 ist s.v. gedenken nur der Genitiv angegeben. Beispiel: gedenket unser! (Seite 406, Spalte 1)

      Unter hängen dagegen werden in der gleichen Ausgabe nur die starken Formen fürs Intransitivum, die schwachen fürs Transitivum erlaubt.

      So weit ich weiß, ist die starke Beugung des Transitivums regional schon recht lange gebräuchlich, vielerorts aber völlig unbekannt.

    • 28. Januar 2016 11:22

      Oh — im Online-Duden ist der Dativ (als schweizerisches Beispiel) vermerkt. Und was wird passieren, wenn jemand wissen will, ob man auch *einem Ereignis gedenken darf? O tempora!

  2. 27. Januar 2016 17:33

    Gedenken + Dativ- autsch!

    • 27. Januar 2016 18:35

      Ja, das „… regiert den Genitiv“ sitzt tief; was mir neu war: daß mich das völlig aus einer Geschichte herauszerren kann und ich danach jeden Satz mit Mißtrauen betrachte: etwa noch so’n Klopper? (Keine solchen mehr, aber die paar kleinen wirkten dann umso größer.)

    • 27. Januar 2016 20:07

      Kann ich sehr gut nachempfinden. Im Dativ zu gedenken erscheint mir nachgerade pietätlos, – auch der Sprache gegenüber. Ich bin (leider) auch sehr ablenkbar durch Fehler und möglicherweise zu intolerant. Aber wer Sprache liebt, möchte eben auch, dass pfleglich mit ihr umgegangen wird.

  3. Philipp Elph permalink
    27. Januar 2016 18:08

    Es ist schade, dass Dorothy L. Sayers in der Versenkung verschwunden ist, nichts mehr in letzter Zeit von ihr gedruckt wurde. Nur noch als eBooks sind die Wimsey-Rmane zu haben.

    • 27. Januar 2016 18:36

      Auf Englisch bekommt man sie noch. (Och, eBooks. Nichts für mich; ich will Papier.)

    • 30. Januar 2016 19:03

      Ich lese mich ja gerade durch die Wimsey-Reihe, allerdings nur partiell (also nur die Teile, in denen auch Harriet eine Rolle spielt) – aus zweiter Hand findest du das gut im Internet, z. B. beim Medimops.

    • 30. Januar 2016 19:09

      Ja, gebraucht. Aber daß so was nicht mehr aufgelegt wird, von mir aus gern in so einer Penguin-Classics-artigen Billig-Reproduktion –? Mh.
      (Die Nine Tailors verpaßt Du dann; aber die kennst Du wahrscheinlich ohnehin schon.)

    • 30. Januar 2016 19:13

      Auf Deutsch gibt es welche im Rowohlt Taschenbuch Verlag: http://www.rowohlt.de/autor/dorothy-l-sayers.html, da sind Es und As (Analoge) aufgelistet.

    • 30. Januar 2016 19:20

      Aber das ist doch das eBook, oder übersehe ich was? Papier finde ich nicht, und ich will Bücher aus Papier. (eBook geht nicht, wenn man liest wie ich, mit Blättern und anderswo Nachschlagen und Aufladen vergessen.)

  4. 27. Januar 2016 18:09

    Autsch, großes Aua.
    Schade, dass mittelmäßige Bücher die guten und genialen verdrängen. Wo sind all die schlauen LeserInnen denn?

    • 27. Januar 2016 18:39

      Gar nicht mal mittelmäßig, das Buch. Preisgekrönt, großer Verlag, Autor bekannt. Ich habe sogar den Verdacht, daß das eine bewußte (Lektorats-)Entscheidung war, da konsequent den Dativ zu verwenden; aber ich bin einfach zu alt für so was. Genau: autsch.

  5. 27. Januar 2016 22:31

    Ich lese zur Zeit überall „gedenken“ mit Dativ. Neuerdings wird auch gern „ihre“ und „seine“ verwechselt (sogar in der FAZ). O tempora…

    • 27. Januar 2016 22:37

      Man nennt es wohl Sprachwandel. Vollzogen ist er, wenn die Saurier, denen so was Pein bereitet, ausgestorben sind. Achja.

    • 28. Januar 2016 11:29

      „ihre“ und „seine“:

      Liebe Trippmadam, hätten Sie da ein Beispiel für uns?

    • 4. Februar 2016 21:41

      Aus Loyalität zum Autor: nein.

    • 4. Februar 2016 22:04

      Zur Erläuterung: mir ist das im bayerischen Sprachraum aufgefallen, unter anderem eben bei einem Autor der FAZ mit bayerischem Hintergrund. Aber den einen Autor mag ich nicht namentlich nennen, die Namen der anderen beiden habe ich vergessen.

    • 4. Februar 2016 22:21

      @Trippmadam: Der Autor interessiert mich gar nicht, ich hätte nur gern einen Beispielsatz gehabt, weil ich mir nichts unter einer Verwechslung von ihre und seine vorstellen kann.

    • 5. Februar 2016 2:45

      Der Autor wird seinen Satz wiedererkennen, deshalb kann ich ihn hier nicht zitieren. Ich habe ihm dieses Blog vor einiger Zeit empfohlen und weiß nicht, ob er hier liest. Aber der Satz war von der Konstruktion her ungefähr so: Die Autorin vertrat eine Position, die durch seine Lebensweise Lügen gestraft wurde (wobei „seine“ sich auf die Autorin beziehen sollte).

  6. 29. Januar 2016 12:44

    kann das Gedenken mit Dativ vielleicht auch aus einem Dialekt kommen? In vielen Dialekten sind ja andere grammatikalische KOnstruktionen richtig.
    Ich ertappe mich ja auch, dass ich immer überlegen muss, ruf ich Dich an oder ruf ich Dir an (im Schwäbischen geht das)

    • 30. Januar 2016 19:24

      Dir/dich kenne ich; in Norddeutschland wird des Dativs häufig nicht gepflogen. Und ihr/sein ist im Pfälzischen alles „sein“, maximal „ihr sein“. .)

  7. 30. Januar 2016 19:29

    Runter scrollen, liebe ungeduldige Lakritze, dann kommen auch die Bücher : )

    • 30. Januar 2016 19:34

      Hm, Der Glocken Schlag ist da nur als eBook aufgeführt. Von ein paar anderen Titeln sehe ich auch TB, aber die scheinen Auslaufmodelle zu sein.
      Kann aber auch sein, daß mein hinterhältiger Browser mir die Hälfte des Internets vorenthält; ich habe ihn da stark in Verdacht.
      (Danke Dir jedenfalls.)

    • 30. Januar 2016 19:36

      Oh, das ist ja doof : ( Schau doch mal bei den Amazonen, dort kann man sie noch bestellen.

    • 30. Januar 2016 19:37

      Ach so, ja , Der Glocken Dingens wirz wohl nur noch 2. Hand geben … Es sind nicht alle Teile der Reihe dabei, deswegen wechsle ich auch zwischen alt & neu, was ich eben bekommen kann.

    • 30. Januar 2016 19:43

      Ich hab inzwischen alles, was ich brauche. Aber spaßeshalber: am großen Fluß gibt es ein (1) Exemplar „Glocken“, gebraucht, zum Preis von fast 30 (30!) Eulen. Neu hat das Buch knappe acht (8) Mark (!) gekostet.

    • 30. Januar 2016 19:53

      Ah, gut. Ja, klar, wenn ein Buch vergriffen oder kaum noch zu bekommen ist, wachsen die Preise ordentlich, das ist leider so. Und sorgt für Brot bei Antiquar(inn)en. Angebot und Nachfrage und so. Für Büchermenschen natürlich bitter, aber bei besonderen Büchern zahlt man es dann eben doch. Wobei ich jetzt auf den Krimi zu 30 Euren auch eher verzichten würde.
      „Eulen“ ist ja süß, war das ein Vertipper oder schreibst du das immer so? Gefällt mir : )

    • 30. Januar 2016 19:55

      .)) Wenn es griechische sind, stimmt es sogar.

  8. 30. Januar 2016 19:57

    Hihi, stimmt, hab ich gar nicht dran gedacht : )

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