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Lob meiner Spülmaschine

20. Juni 2015

Das Wasser schwappt mir bis zum Ellenbogen.
Die Spülmaschine tat nicht, was sie sollte,
und spülte nicht so sauber, wie ich’s wollte:
nun tauch ich selber mit der Bürste in die Wogen

und schrubbe, was vom Nachtmahl auf den Tellern
verblieben, jenen allerletzten Rest,
der, schrubbte ich nicht jetzt, bald fest
an ihnen säße wie der Schwamm in Kellern.

Nach einer guten halben Stunde Frist
steht, wieder sauber und bereit, das Porzellan
im Schrank. Und diese halbe Stunde ist

vom Spülknecht mir ein tägliches Geschenk;
nur denk ich täglich selten noch daran.
Ein zarter Spülsaum legt sich um mein Handgelenk …

 

Nicht glänzend, aber selten – zu: Haushaltssonette. Wie hier und hier. Und hier — danke, Petra! –, hier und hier, aus der Art geschlagen, aber nicht minder reimfroh. Lyrisches zum schönen Schein gibt es, hach, hier.
Wer mag mitspielen?

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9 Kommentare leave one →
  1. 20. Juni 2015 19:01

    Herrlich : )

  2. 20. Juni 2015 20:19

    Eure bezaubernden Haushaltssonette ließen mich spontan ein Erinnerungssonett an unsere alte Waschmaschine verfassen, die letzte Woche auszog:

    Erinnerungen an die Alte

    Ach Waschmaschine, alte Trine,
    fast achtzehn Jahre haste gewaschen.
    Du warst schon ne fleißige Biene,
    fandst sämtliche Tempos in den Taschen.

    Mit den Jahren wurd‘ste zickig,
    kamst wohl in die Pubertät.
    Manchmal roch die Wäsche stickig,
    lag an dem Flusendingsgerät.

    Mit dem Alter wurd’s nicht besser,
    Wasser zieh’n war dir ne Plag.
    So half ich dir mit dem Gewässer
    per Karaffen Tag für Tag.
    Nun biste alt und wurd’st ersetzt,
    bevor du mir die Wäsch‘ zerfetzt.

    • 20. Juni 2015 20:22

      Ooooh –! Wenn das nicht in einem Kommentar stünde, ich tät es glatt verlinken. (Ich hoffe, die Neue macht Freude!)

    • 20. Juni 2015 20:29

      Ich traute mich nicht, es nach dem schönen Bücherkoffer zu bloggen ; )
      Die Neue ist super! Mal sehen, wie lange sie hält.

    • 21. Juni 2015 0:25

      Ihr herrlichen haushaltdichten Dichterinnen ihr!

  3. 21. Juni 2015 12:34

    Schöne Beschreibung, wunderbar. Oft spüle ich Kleinigkeiten oder Töpfe mit der Hand ab. Manchmal aber, sage ich jetzt mache ich es wie die Hausfrauen, und stopfe alles: Töpfe, Teller, Pfannen ungeordnet hinein und lasse einfach spülen.

Trackbacks

  1. In memoriam supellectilis (f.) | Übersetzen und Literatur, doch nicht nur
  2. Selbstbildnis im Wasserspiegel eines Putzeimers | normalverteilt
  3. Sie ist’s (Heizperiode) | normalverteilt

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