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Und Schnee

3. Januar 2015

Jedes Jahr der erste des Lebens.

Nicht Niederschlag, sondern Segen. Alle Augen strahlen, in den Schultern kribbeln schon Ballschlachtpläne, und auf Wangen und Lippen: lauter leichte, nadelspitze Küsse.

Ist es nicht stiller geworden? Da haben wir Besuch aus dem Himmel. Schaut, wie es glitzert, der weiche Teppich auf dem Asphalt, und alle Autodächer sind schön.

Morgen dann die Tritte der Tauben auf dem Bürgersteig, bis das Streusalz sie unleserlich macht. Übermorgen haben wir uns gewöhnt und ziehen gegen die Kälte die Schultern hoch. Und noch später: alles Matsch.

Doch heute herrscht Zauber. Der letzte ganz echte im Jahr.

 

 

 

 

 

 

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18 Kommentare leave one →
  1. 3. Januar 2015 19:50

    Der Erste ist halt immer der Schönste … :D

    • 3. Januar 2015 21:05

      Und wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören … ,))

    • 3. Januar 2015 21:12

      Wieso? Wenn es denn wieder schneit, ist dieser Schne doch auch wieder der Erste, oder nicht? :)

    • 3. Januar 2015 22:03

      .)) Aber schon nach einem Tag fluchen die Leute über Schneeschippen, freizukratzende Autos, Verkehrschaos. Das heißt, aufhören müßte es schon … naja, vorher.

    • 4. Januar 2015 2:20

      Nimmt das etwa dem landschaftlichen Zauber auch nur irgendetwas hinweg …? :)

    • 4. Januar 2015 12:26

      Für mich nicht. Aber ich habe ja auch kein Auto. .)

    • 4. Januar 2015 18:47

      Schade (nicht das mit dem Auto).

    • 4. Januar 2015 18:52

      Hm? Was ist denn schade?

    • 4. Januar 2015 20:46

      Das mit dem Schnee, halt. :)

    • 4. Januar 2015 20:52

      Ach, ich hab ihn gern; zumindest wenn er bis April wieder weg ist. Das muß ihm genügen. ,)

    • 4. Januar 2015 21:17

      Bin ich ja mal gespannt … :)

  2. 3. Januar 2015 20:21

    Es wird still mit Schnee jeder eisige Kuss.

    • 3. Januar 2015 21:06

      … erinnert mich an die Schneekönigin, so eine ordentlich grausame Geschichte. Mochte ich als Kind sehr.

  3. 4. Januar 2015 0:19

    So ist es mit allem Neuen, mit allem Ersten. Zauberhaft. Bis der Alltag kommt. Und nur echte Liebe kann diesen überleben. Sonst schmilzt der Zauber einfach weg. Einfach so. Als wäre er nie dagewesen.

    Schön, dein Text! Sehr sehr schön. Zauber, der bleibt.

    • 4. Januar 2015 12:28

      Du triffst den Nagel auf den Kopf. Begeisterung ist leicht, Alltag schwer — es sei denn es gäbe die Liebe. Danke!

  4. 4. Januar 2015 22:22

    Bei uns ist kein Fitzelchen mehr… weit und breit nicht mehr…

    • 4. Januar 2015 22:28

      Hier hat er sich auch verflüchtigt. Na. Ein bißchen länger kann’s noch kalt sein, finde ich, und schneien. (Falls hier Wettermacher mitlesen: Bitte.)

  5. 9. Januar 2015 10:06

    Ein poetisches Lob auf die weiße Verhüllung, dieser schnellsten, aber eben auch „hinfälligsten Weltveränderung“ (Wilhelm Genazino). Doch es gibt ja den „Trost“ der Bilder und Texte, die vom Zauber des Flockenflugs handeln, und in ihnen schneit es weiter, solange es Betrachter und Leser gibt.

    Gruß, Uwe

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