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Naßforschung (Badeanzug: Coda)

10. Dezember 2014

Ein angenehmer Zeitvertreib für einen trübgrauen Dezembertag ist: baden gehen. Dazu braucht es nichts weiter als ein sauberes, fast menschenleeres, wunderwunderschönes Hallenbad, am liebsten mit Liegesesseln, Außenbereich und allerlei kitzligen Blubbervergnügungen, sowie gute Gesellschaft. In der kann man dann zwischen Glanz und Gloria (das Bad ist wirklich schön!) bescheidene Bahnen ziehen, in verschiedenen Wassertemperaturen dümpeln, bis man Schwimmhäute kriegt, und sich zwischendurch am Beckenrand räkeln.

Später, genau in der einen nicht grauen, sondern goldenen Stunde dieses Tages, sollte man hinaus ins Freibecken schwimmen und zusehen, wie sich das Wasser dampfend in die Silhouette der Stadt stürzt. Liegen in der Wasserfläche, auf der sich das Blau der Kacheln mit dem des Himmels verschränkt; immer paddeln und die Knie im Warmen halten, die Schultern auch, und in die Sonne blinzeln: das kann vor hundert Jahren, im alten Rom kann das nicht schöner gewesen sein.

Kein Bild wäre in der Lage, das festzuhalten.

Mein Badeanzug hält auch im Wasser sämtliche Versprechungen: nichts scheuert, drückt, zieht oder kneift; man muß gar nicht an sich herumzupfen und kann getrost vergessen, daß man überhaupt etwas anhat. Und er war, das kann ich sagen, eine Zier für dieses wunderschöne Bad.

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19 Kommentare leave one →
  1. karu02 permalink
    10. Dezember 2014 10:29

    Glückwunsch zum gelungenen Stapellauf. Ich hätte, wäre ich dort gewesen, sicher gerne ein Foto gemacht, möglichst beim Rückenschwimmen. Vielleicht ist er hinter aber genau so schön.

    • 10. Dezember 2014 11:04

      Stapellauf. .)) Ja, so in der Art. Auf die Taufe mit Sektflasche gegen den Bug haben wir aber verzichtet.

  2. 10. Dezember 2014 10:47

    Ein schönes Bad und ein Badeanzug der einfach toll ist.:-)

    • 10. Dezember 2014 11:07

      Ich habe mir die Leute angeguckt. (Von schlabbernden Männerbadeshorts bis zu den Knien müssen wir nicht reden.) Nicht alle, aber ein großer Teil der Frauen sah so aus, als trügen sie Badekleidung, die nicht für sie gedacht ist; halt irgendein Schnitt in einer Größe, aber nichts auf den Körper abgestimmtes. Ich glaube, Leute könnten in richtig passenden Sachen einfach richtig vorteilhaft aussehen.

    • 10. Dezember 2014 11:15

      Da es nicht nur eine Frage des Geschmackes sondern auch des Geldbeutels ist, wundeet mich das wenig.

    • 10. Dezember 2014 11:19

      Vor nicht mal hundert Jahren war es normal, sich Dinge machen zu lassen. Da konnte ein Berufsstand von leben. Heute haben wir viel mehr, aber viel schlechter passende Kleidung.

    • 10. Dezember 2014 12:17

      Wie vieles ist auch das Bezahlen für erbrachte Leistung ein untergehendes Stück Lebensqualität.
      Daran hat natürlich der immer größer werdende Unterschied zwischen Arm und Reich einen entscheidenden Beitrag.

    • 10. Dezember 2014 12:41

      Ach, da hast Du recht, da hängt so furchtbar vieles dran …
      Und die Überlegung, was man wirklich braucht. Als ich zum Beispiel noch dachte, ich bräuchte ein Auto, hätte ich so etwas nicht machen können.

    • 10. Dezember 2014 12:53

      Ich hab auch kein eigenes Auto, mein Mann braucht seins um auf Arbeit zu kommen und zum einkaufen. Zum Bäcker am Wochenende fährt er lieber mit dem Fahrrad. Gerade in Großstädten, die eine gute Verkehrsanbindung besitzen, ist das Auto fahren zum Laster geworden. Für uns hier auf dem Land ist das Auto nur wichtig, weil vieles sonst nicht erreichbar ist.

  3. 10. Dezember 2014 11:43

    @Lakritze: … Vor nicht mal hundert Jahren sparte man auch noch auf einzelne Kleidungsstücke und trug solange die alten Sachen, bis man das Geld zusammen hatte. Heute gibt es nicht wenige Leute, die jede Saison ihre Garderobe neu planen. Wer nur einen Anzug besitzt und den zwanzig Jahre und wider alle Modediktate trägt, der kann sich auch heute noch locker ein bis zwei Maßanzüge leisten. Alles eine Frage der Priorität.

    Was aber beeindruckt heute und welche Haltung gewinnt Achtung und Lob? Bei jedem größeren Auftritt von gekrönten Häuptern und Zelebritäten aller Art wird viel Tinte über die Garderoben vergossen. Das gleiche Kleid zweimal zu tragen, wäre ein gräßlicher faux pas.

    Man stelle sich mal spaßeshalber eine Welt vor, in der bei solchen Auftritten in Presse und Fernsehen lobend erwähnt würde, wie gut das Kleid der Herzogin von A. oder der Schauspielerin B. immer noch in Schuß sei, obwohl sie es schon so viele Jahre trage.

    • 10. Dezember 2014 12:00

      Ah, das wäre meine Vision von nachhaltiger Lebenseinstellung. Kinderarbeit wäre vielerorts auch vom Tisch.

    • 10. Dezember 2014 13:00

      Haha! Ich rechne manchmal spaßeshalber aus, wie alt in Jahren die Kleidung ist, die ich so trage. Da kommt einiges zusammen. (Schuhe sind geschummelt; die sind älter als ich. An denen verdient der Flickschuster jedes Jahr ein wenig.)

  4. 10. Dezember 2014 11:58

    Das war die Einweihung? Klingt nach Thermalbad? Solche hat es in der Schweiz viele, mit Schwefel, mit Sole etc. Ich liebe es!

    • 10. Dezember 2014 12:57

      Ich mochte das alles bislang nicht so gern, aber mir war gar nicht klar, wie viel wohler man sich fühlt, wenn das Badegewand nicht zehn Zentimeter zu kurz ist. .))
      Ja, eine Art Thermalbad, mit Sauna und Wellness und allem. Wir sind aus dem Normalbereich gar nicht rausgekommen vor lauter Seligkeit, ,)

  5. Philipp Elph permalink
    10. Dezember 2014 20:28

    Naßforschung ist demnach besser als Trockenübung!

    • 11. Dezember 2014 18:32

      Auf jeden Fall! Einen schönen Kinderbereich haben sie da auch, übrigens.

  6. 16. Dezember 2014 22:01

    Meinen Glückwunsch zum wohlgelungenen Wassergang…
    Abendfröhlichwohlgemute Grüsse aus dem lebensvollen Bembelland

    • 17. Dezember 2014 8:16

      Ha! Die Bembelländer haben einfach die schönsten Bäder. Grüße zurück!

    • 17. Dezember 2014 9:45

      Ich sah bei dem Bericht auch gleich zwei, drei Bäder vor mir ;-)

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