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Nacht und Blatt

12. Oktober 2014
Am Boden.

Am Boden.

Die Dunkelheit kommt früh in die Stadt, und sie bleibt lang. Hier trägt der Herbst seine Farben eher auf der Innenseite und greift noch nicht im Ernst nach den Platanenkronen. Ab und an zupft er sich ein Blatt heraus, spielt damit, weht es um ein paar Ecken und läßt es dann liegen. Da vergeht es langsam im Asphalt, bis zum Morgen, wenn die Straßenkehrer kommen.

Im Wald strecken sich die Wege im Mondlicht und duften nach dem letzten Sommer, dem kommenden Winter und dem Frühling, der darunter schläft. In der Stadt ist mir draußen nicht draußen genug.

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13 Kommentare leave one →
  1. 12. Oktober 2014 16:50

    so schön gesagt.
    ‚in der stadt ist mir draußen nicht draußen genug‘ adoptiere ich mal, nur so … für mich. das schmeckt himmlisch nach walderdbeeren.

    • 12. Oktober 2014 21:41

      Danke. Oh, und Walderdbeeren –! Na, wird man wohl warten müssen. Der nächste Sommer kommt bestimmt.

  2. 12. Oktober 2014 17:05

    Kann mich nur anschließen. Danke. :-)

    • 12. Oktober 2014 21:44

      Oh, es wird mal wieder Zeit für eine längere Strecke … Reiseschuhbrand. .)

  3. 12. Oktober 2014 23:08

    Nach längerem Grübeln, wo es denn außerhalb der Stadt draußen genug sein könnte, glaube ich, die Antwort gefunden zu haben: „da draußen im Lande“. (Das ist da, wo die lieben Wählerinnen und Wähler, ggf. auch Bürgerinnen und Bürger wohnen, ganz unabhängig von den Jahreszeiten.

    • 13. Oktober 2014 9:26

      Wählerinnen und Wähler, das sind die mit den Kreuzchen, nicht? Ich dachte, die hätten durchaus Jahreszeiten, oder vielmehr Legislaturperioden.
      Noch draußener als draußen im Lande ist dann ganz draußen im Auslande, aber das kommt ja bei manchen Leuten nur im Urlaub vor.

  4. 12. Oktober 2014 23:26

    genau den letzten satz habe ich heute (zurück im pfälzer wald) gefühlt. ich brauche mehr wald.
    herrlich poetische hommage an das werden und vergehen.

    • 13. Oktober 2014 10:02

      Nach einer Städtetour bin ich eine ganze Weile völlig erledigt; nach einer Waldtour hüpfe ich noch Tage vor Energie (u.U. wenn der Muskelkater nachläßt). Gutes Heimkommen wünsch ich Dir. .)

  5. 13. Oktober 2014 21:22

    Gestern dieser Spaziergang mit trautem Mann und altem Hund im Nordpfälzer Donnersbergwald gestern in der Frühe war heimelig feuchtherbstdunstig schön!
    Und SEHR draußen!
    Dein Blatt in der Stadt scheint genau da hinzugehören! Was war die Lichtquelle?

    • 14. Oktober 2014 8:50

      Donnersberg, da mochte ich’s auch! Das Licht auf dem Bild ist eine ganz ordinäre Straßenlaterne. (Und Licht am Ende des Tunnels: genug gearbeitet, morgen geht’s raus! Den Herbst muß man von nahem betrachten.)

  6. 23. Oktober 2014 18:51

    Das leuchtet fast wie eine Intarsie im Asphalt, was mich bei allem Vergehen doch eher versöhnlich stimmt.

    Gruß, Uwe

    • 23. Oktober 2014 19:16

      Danke, Uwe! — Oder wie ein Mond unter lauter Sternen. Ich mochte das; aber es ist doch nur eine Erinnerung daran, daß ich eigentlich raus wollte.

Trackbacks

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