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Das richtige Wetter

28. Juli 2014

Im Sommer wandern ist so eine Sache. Bei der Hitze? Ständig in der Sonne? Und dann der Wasserhaushalt. Wasser gibt’s ja immer an der falschen Stelle: als Gewicht im Rucksack, als Schweißfilm unter der Kleidung oder, werweiß, gar als Gewitterguß von oben.

Besser in die andere Richtung ...

Besser in die andere Richtung …

Dennoch ist der Himmel nie so dramatisch, wie wenn sich die Kumuluswolken türmen. Spannend, ob man’s noch vor dem Wolkenbruch zur Hütte da hinten schafft. Und dieses Knistern der Luft, wenn alles den Atem anhält vor dem ersten Blitz …

(Die richtige Kleidung für Gewitter wäre ein Dach überm Kopf. Ist das nicht beizuschaffen, müssen ein Regencape, ein nicht zu exponierter Platz und zusammengebissene Zähne reichen. Und viel Glück. Männer werden viermal so oft getroffen wie Frauen, statistisch gesehen.)

sw-erde sw-waldrand sw-moos sw-gewitterwand sw-pause

Mit dem Regen ist es so wie mit dem Schmerz: schön, wenn er nachläßt. Hat es sich nämlich ausgeregnet, ist der Himmel blitzeblank. Alles glänzt wie frisch lackiert; jeder Zweig, jeder Halm trägt Wasserperlenschmuck. Was geduckt gewartet hat unterm Guß, richtet sich langsam auf; die Vögel gehen wieder ihren Geschäften nach, feuchte Tiere nutzen die Gunst der Stunde für ihre Wanderschaften.

Und dann, dann ist es herrlich. Dunst steigt von der Erde. Alles atmet, alles tropft, alles blinzelt ins Licht. Und wie man mit der Landschaft um die Wette trocknet. Kalt ist es ja nicht lange an so einem Sommertag.

 

PS: Noch etwas Erbauliches zum Thema Blitzschlag.

20 Kommentare leave one →
  1. 28. Juli 2014 17:12

    Ich bin heute nur beim Einkaufen tüchtig & nervig nass geworden – Respekt vor deiner All-Wetter-Tauglichkeit : )

  2. 28. Juli 2014 17:54

    Wenn die Männer so gross sind schlägt schnell mal der Blitz ein.

  3. 28. Juli 2014 18:11

    Für solch innige Sommerzeilen werde ich gerne nass.

    • 28. Juli 2014 20:27

      Aber besser ist, wenn man sich an den Rat aus Per Anhalter durch die Galaxis hält: man sollte immer wissen, wo man sein Handtuch hat!

    • 28. Juli 2014 20:28

      Jawoll.

  4. karu02 permalink
    28. Juli 2014 19:10

    Schöne Fotos dazu! Und die Wanderschuhe voller Wasser?

    • 28. Juli 2014 20:28

      Ha, nur an den Nähten ein wenig. Tüchtige Schuhe. Aber sie werden allmählich alt und müde.

  5. 28. Juli 2014 22:20

    Eine feine Wetterbetrachtung und die richtige Einstellung dazu – und dann die prächtigen Fotos.
    Abendschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

  6. 28. Juli 2014 22:32

    du lässt mich den duft von nach-dem-regen buchstäblich riechen. ja, herrlich ist das! regen im sommer hat was wonniges.
    gutes weiterwandern!

  7. 29. Juli 2014 8:51

    es ist doch immer wieder eine Freude deine fein gewebten Texte und die Bilder dazu zu lesen bzw. anzuschauen …

    herzliche Grüsse Ulli

  8. 30. Juli 2014 11:06

    Das richtige Wetter gibt es ja bekanntlich nie, irgend jemand hat immer etwas auszusetzen. Auch wenn ich die Nase voll habe vom derzeitigen nassen Grauingrau, haben mir deine Gedanken-Bilder rund um den Gewitterregen doch sehr gut gefallen – ich werde ja nicht nass beim Betrachten!

Trackbacks

  1. Das Gewitter und der Heilige Geist/la tormenta y el Espíritu Santo | Trippmadam
  2. Zur späteren Verwendung | normalverteilt
  3. Kleider machen Leute – von A bis Z | Wortmischer

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