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Schwebend

24. März 2014
Wiesenweg im Gegenlicht

Taggeschenk.

Im lichtgrünen Teich hängt geblendet ein Frosch, reckt die Arme der Wasseroberfläche entgegen, im Schwimmzug erstarrt; dann sinkt er sacht in die Tiefe und macht sich davon, zurück ins Dunkle, in Sicherheit.

Später steigt ein Fetzen Malerfolie aus dem Park in die Höhe, windet sich in der stillen Luft; wie aus Freude oder als ob es etwas wolle, schwebt es in Vogelhöhen hinauf. Irgendwann zieht die Wärme ihre Hand zurück: da taumelt das durchsichtige Gebilde, trudelt hinab aufs weiche Gras und fängt noch einmal, ehe es zu liegen kommt, hellauf das Sonnenlicht.

Noch später wünsche ich, sehr, daß ich etwas halten kann. Nicht die Seele, aber doch zumindest die Erinnerung.

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9 Kommentare leave one →
  1. 24. März 2014 23:10

    und das tust du hiermit … und du hältst es, sehr, so gut es geht, und teilst es sogar noch … auch wenn alles immer nur ahnen ist, was wir in worte packen … ätherische stimmungen insbesondere. danke für dein erzählen!

    • 26. März 2014 10:16

      Dank Dir, Soso! Ungeteilte Erinnerungen — geht das überhaupt? Für manche Momente wünscht man sich Schneekugeln, aber das wäre dann auch wieder nicht dasselbe; Erzählen ist das beste, was wir haben.

  2. 25. März 2014 0:56

    Und das Schweben fühlt sich gut an. Verdammt gut! Und Dein Minimalismus ist Balsam für die Seele. Und im Grün ertrinken fühlte sich niemals besser an. In Deinem Grün ertrinke & fliege ich zugleich.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

    • 26. März 2014 10:14

      Danke, Florian. Das erste Grün ist doch immer das schönste. Ein Freund hat es genannt: Salat für die Augen.

  3. goldamsel permalink
    25. März 2014 22:41

    Im ersten Moment war ich überzeugt Algen zu sehen, in einem sonnendurchfluteten Teich.

    • 26. März 2014 10:18

      Du hast recht — der mittlere Weg könnte auch eine Wasserlinie sein; dann wäre unten alles veralgt. Das war jedenfalls ein ganz wunderbarer Geschenktag; und die Moral von der Geschicht ist, daß man seine Arbeit trotzdem meistens schafft.

  4. 26. März 2014 19:32

    Aber das war doch auch Arbeit, wenn nicht gar die eigentliche dieses Tages: ihn einzufangen. Was Dir ganz wunderbar gelungen ist.

    „What is this life if, full of care,
    We have no time to stand and stare“ (William Henry Davies, Leisure)

    Gruß, Uwe

    • 26. März 2014 20:10

      Was für ein schöner Beruf: Tagefänger. Wenn ich groß bin, werde ich das. .) Danke, Uwe.

  5. 28. März 2014 17:52

    Welch ein Rausch in Grün! Danke für das Taggeschenk…

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