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Rheingold

25. Oktober 2013
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Die letzte, volle Wärme dieses Jahrs schickt mich an den Fluß. Da habe ich zweimal Oktober, zweimal das Licht, mit dem der Himmel schon so freigiebig ist.

Gold auf dem Wasser.

Gold auf dem Wasser.

Zweimal die Stadt, zweimal jede Brücke und zweimal ich, die von oben wie von unten auf die Wasserfläche schaut. Zwischen mir und meinem Spiegelbild hat der Fluß keinen Anfang und kein Ende, nur Richtung; er strömt und nimmt auf seine flüssigen Schultern, was ihm zufallen mag: das Licht, die Wolken, und was wir an den Ufern tun und treiben.

Gespräche, Spucke, tote Vögel, Bilder, Plastiktüten, verlorene Ruder, Gesänge, Geheimnisse, Holz, Tränen, Flaschen verschiedenen Inhalts, Wünsche, zerrissene Briefe, Gelächter: der Fluß fragt nicht, er trägt alles fort und fort, in dieselbe Richtung. Treibgut für die See.

Ich bleibe. Ein bißchen sehnsüchtiger vielleicht.

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10 Kommentare leave one →
  1. Philipp Elph permalink
    25. Oktober 2013 17:19

    Und denk dran: Wer in denselben Fluss steigt, dem fließt anderes und wieder anderes Wasser zu.

    • 25. Oktober 2013 18:59

      Von zweimal in denselben Fluß war auch nicht die Rede. .)

  2. 25. Oktober 2013 19:28

    Zeit, mein Elbgold hervorzukramen … Sollte eigentlich Silber sein, da vom Mond generiert, aber es glitzert nun mal golden.

    • 25. Oktober 2013 20:30

      Alle Flüsse sind eigentlich Goldflüsse –? Schön jedenfalls.

  3. 27. Oktober 2013 11:20

    So schön.

    • 27. Oktober 2013 12:45

      Danke. Das ist das Meer für Landratten — Du findest es ja auch überall. .)

  4. 29. Oktober 2013 10:30

    Schön das Flussgold-Foto. Alles doppelt zu haben Ende Oktober ist vielleicht ein kleiner Trost. Ich war unterwegs, um Seegold gesehen, auch gespiegelt.

    • 29. Oktober 2013 14:38

      Seegold doppelt, das liest sich sehr, sehr gut. Wünsche Dir Sonne in den Süden!

    • 29. Oktober 2013 14:59

      Danke, gerade scheint die Sonne! Es gab aber nicht nur Seegold, sondern vor allem viel Nebel und Regen, es war nur halb so warm wie in Freiburg – Pech gehabt. Dir auch viel Sonne!

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