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Postkarte (eisig) von der Aue

6. Februar 2012

Flußlandschaft im Winterkleid.

Dank Frau Amsel ist’s nun wieder gut: Sonntagsausflug an den Rhein! Einmal vom Winter durchgekitzelt und ein wenig gebissen, und schon zieht das Fernweh die Krallen ein und ist wieder eine Weile brav.

Der nahe Fluß macht alles einfach, klar und schön. Er gibt die Richtung vor, die Jahreszeit das Tempo. Das Wasser trägt Blau und Opal, Milch und Gold die Ufer. Überhaupt, das Gold des Winters, das man mit dem Blick nur streifen kann, nicht fassen — in Gänseketten reicht es bis zum Himmel.

Auf Schritt und Tritt dabei: die Kälte. Sie achtet streng darauf, daß wir Schal und Mützen anlassen und nicht herumtrödeln. Für ein halbes Stündchen entwischen wir ihr in ein Anglerheim mit Kamin und Kakao, aber draußen lauert sie schon auf uns, scheucht uns weiter und schließlich wieder nach Hause in die geheizte Küche, Suppe essen.

rhein-markstein rhein-ausflugslokal rhein-weiden rhein-selzmuendung

Ufer mit Spitzenkragen.

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25 Kommentare leave one →
  1. 6. Februar 2012 15:20

    Och, die eisige Selz! Bin sie letztes Jahr bei Hochwasser entlang geradelt. Der Selztalweg ist übrigens der schönsten einer in ganz Rheinhessen.

  2. 6. Februar 2012 15:27

    So sagt man mir. Ich würde ihn gerne mal gehen, aber es sind mir zu viele Radfahrer darauf unterwegs. ,)

  3. karu02 permalink
    6. Februar 2012 15:31

    So schöne Blautöne, die vom Rhein gelangen bis zu uns.

  4. 6. Februar 2012 15:37

    Das Blau hat sich besser gehalten als das Gold. Und dann gab es ein noch flüchtigeres Indigo, vielleicht auch Violett, das ferne Nadelbäume im Winter haben … Malen müßte man können; Fotografie ist für Farben völlig unzulänglich.

  5. Philipp Elph permalink
    6. Februar 2012 15:48

    Schöner, weil anders als: http://www.volksliederarchiv.de/text3097.html

  6. 6. Februar 2012 16:02

    Au-ha, P11. Ich kannte den Titel, aber mir war nicht klar, daß der Text so schlecht ist. »Weil die alten Deutschen tranken / bis sie still zu Boden sanken« ist allerdings eine originelle Begründung für die Reize eines Landstrichs.

    • 6. Februar 2012 17:01

      Kicher, in der Tat. Da bekommt vielleicht der Ausdruck „sich etwas schön trinken“ wieder eine weitere Bedeutungsfacette ; )

  7. 6. Februar 2012 18:12

    Schön ist diese Kälte wirklich, der Spitzenkragen gefällt mir besonders.

  8. 6. Februar 2012 19:41

    Der Kilometerstein bereitet wahrlich Kopfzerbrechen…

    • 6. Februar 2012 19:46

      Es stand keine Jahreszahl dran; von der Schrift her: frühes 19. Jahrhundert? Ich konnte (noch) nichts darüber in Erfahrung bringen.
      Ein Trost ist vielleicht das olle Spielplatzkarussell.

    • 6. Februar 2012 19:59

      Halt, doch! Das muß ein Myriameterstein sein; also von 1865.

    • Philipp Elph permalink
      6. Februar 2012 22:40

      Meilenstein würde die Lösung eher bringen. 350 Meilen bis Basel, 78,600 bis zur Landesgrenze (nach Preußen?). Ich schätze, dass der Stein vor Setzung der Myriametersteine aufgestellt wurde, denn in deren Liste ist er nicht verzeichnet.
      Und die Maßeinheit Meilen macht mehr Sinn, vergleicht man sie mit den Km-Angaben auf den Myriametersteinen – und die Landesgrenze war zuvor nicht die mit den Niederlanden.

    • 7. Februar 2012 11:32

      Ich bin auch für Myriameterstein, denn die Angabe ist metrisch und nicht in Meilen. Von der beiden anderen Seiten des Steins hast du kein Foto gemacht? Anhand der Nummer des Steins könnte man ihn doch in die Liste der Steine auf der Wikipedia einreihen.

    • 7. Februar 2012 12:11

      Leider habe ich nur drei Seiten fotografiert — die Kamera sitzt nicht so locker bei den Temperaturen. Rheinaufwärts steht drauf:
      Markstein
      — wieder etwas Neues, mal von der, mal bis zur Grenze.
      Nächstes Mal gehe ich die Böschung runter, versprochen.

    • 9. Februar 2012 0:20

      Bei der Kleinstaaterei damals lag war wohl in fast jeder Entfernung irgendeine LandesGrenze.

  9. 6. Februar 2012 19:44

    Ach, wie schön!
    Der Text und auch die phantastischen Fotos, die uns an den Rhein bei Bingen erinnern …

    • 6. Februar 2012 19:49

      Danke! Bingen — da muß ich auch mal wieder hin; vielleicht zur Seilbahnsaison aufs Niederwalddenkmal (die Seilbahn gibt’s wohl noch?) …

  10. 6. Februar 2012 21:31

    Die Seilbahn gibt es noch.Zuletzt bin ich vor einigen Jahren mal mit einer Gruppe von Kindern zwischen 6 und 10 Jahren von dort oben mit der Seilbahn herunter gefahren. Die hatten alle ihren Spaß .. .. und ich bin vor lauter greifbarer Höhenangst fast gestorben.

  11. 6. Februar 2012 23:22

    3HBlog, das sind prächtige Nachrichten (natürlich nicht das mit der Höhenangst!). Dann werde ich unbedingt Gondel fahren müssen.
    P11, aber Meilen –? Ich habe inzwischen so viele Umrechnungsformeln gefunden, daß ich auch nicht mehr recht weiß. Dieser Stein steht noch ein gutes Stück vor Bingen, also wohl nicht im Preußische-Meilen-Gebiet.

  12. Philipp Elph permalink
    7. Februar 2012 14:58

    350 ooo M bis Basel. Hab’s heute abgeschritten, sind tatsächlich Meter! In die andere Richtung bis zur Landesgrenze NRW stimmt die Entfernung wohl auch.

  13. 7. Februar 2012 17:08

    Ich habe im Netz gesucht nach einer politischen Karte aus der Zeit; so ist es natürlich einfacher. ,)

  14. richensa permalink
    8. Februar 2012 18:01

    Tolle Bilder!
    So hat der strenge Frost doch auch für uns seine wunderbaren Reize samt Spitzenkragen…

  15. 8. Februar 2012 21:44

    Das Karusell hat etwas Minimalistisches, Abstraktes. Eine raue Welt.

Trackbacks

  1. Januargrün | normalverteilt

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