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Auf ein Wort.

27. Januar 2012
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Wer mein Blog kennt, erwartet hier keine Politik; von der hält sich Lakritze normalerweise fern. Aber jetzt gerade wird etwas auf den Weg gebracht, das weitreichende Konsequenzen für alle Netzbürger haben wird: ACTA.

Hier soll ACTA nicht zum hundertdrölften Male erklärt werden; das machen andere besser. Aber ich bitte alle Leser, die sich sonst vielleicht wenig aus Netzpolitik machen: Informiert euch! Glaubt nicht, daß nur ein paar Raubkopierer gegen ACTA sind, die um ihre kostenlosen Filmquellen fürchten. Glaubt nicht, euch werde es nicht betreffen.

Es geht um viel, viel Geld. Im Moment ist die Wirtschaft dabei, das Internet nach ihren Vorstellungen zu regulieren, das Recht an ihre Bedürfnisse anzupassen — unter Mithilfe von Politikern, die bestenfalls keine Ahnung haben, was sie da zur Welt bringen.

Lest in Politikblogs nach, schaut euch Videos an, und wenn ihr immer noch denkt, das werde schon nicht so schlimm, lest hier, was im EU-Parlament passiert.

Und tut etwas.

Das war es auch schon. Um Politik geht es hier wirklich nur in Notfällen.

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9 Kommentare leave one →
  1. walterlenz permalink
    27. Januar 2012 17:15

    Die 750,000 für eine Petition sind wohl schnell zusammen. Aber genügt das?

  2. 27. Januar 2012 18:01

    Nein, das genügt sicher nicht. Eigentlich müßte man sich die abstimmenden Politiker jeweils persönlich vorknöpfen und mit ihnen über ACTA diskutieren. Aber Medienrummel (und avaaz ist gut in Medienrummel) kann nicht schaden.

  3. karu02 permalink
    28. Januar 2012 12:51

    Danke für Deinen Hinweis, es sind jetzt 750.001.

  4. 2. Februar 2012 13:40

    Danke fürs „Draufheben“. Neulich sah ich schon den Post einer Freundin diesbezüglich auf Facebook. Wohl oder übel – auch ich bin nicht so der „politsche Typ“ – werde ich mich mal damit auseinandersetzen (müssen).

  5. 3. Februar 2012 6:11

    Danke für jeden, der mittrommelt!

  6. 12. Februar 2012 8:22

    Und noch einmal: JA, tut was!

  7. 19. Februar 2012 19:49

    Was mir an dieser ganzen Debatte überhaupt nicht gefällt, ist, dass es dabei nicht nur um ein zweifelhaft entwickeltes Gesetz geht, sondern immer mehr ein ganz unheilvolles Klima in Bezug auf das Urheberrecht insgesamt geschürt wird. Da werden die Urheber als „Content-Mafia“ und „Lobbyisten“ beschimpft, wird der Wert der individuellen Rechte gegenüber einem Wert für die Gesamtgesellschaft schlichtweg verneint (das wiederum erinnert mich an düstere Zeiten, in denen die Werte einer „Volksgemeinschaft“ absolut gesetzt wurden).
    Ich schreibe zwei Jahre an einem Buch. Das ist eine lange Zeit und harte Arbeit. Bin ich, weil ich für meine Arbeit bezahlt werden möchte, ein Mafiosi? Wieso muss ich mich für diesen Anspruch, der spätestens seit der Abschaffung der Sklaverei ein Grundrecht bedeutet, verteidigen, während sich illegale Downloader als Helden der Freiheit feiern dürfen? Darf ich dann auch künftig in jeden Laden gehen und die Produkte kostenfrei mitnehmen, die andere geschaffen haben? Arbeiten künftig auch alle Anti-Acta-Aktivisten in ihrem Job ohne Bezahlung? Wieso glauben die Piraten darüber bestimmen zu dürfen, dass ich für meine Arbeit – wenn überhaupt – dann nur ein paar Jahre lang das Recht habe, eine finanzielle Gegenleistung zu erwarten? Beim Urheber kommen von einem verkauften Buch nur zwischen 5 und 12 Prozent vom Ladenpreis an – Kalkulieren diese ach so freien Geister vielleicht mal, wie viele Bücher da verkauft werden müssen, um zwei Jahre Arbeit zu refinanzieren? Und in welchem Zeitraum das zu machen sein wird? Es ist schon bitter, mitzuerleben, dass geistiges Eigentum inzwischen weniger zählt als ein Deostick im Drogeriemarkt. Und dass dieser Nihilismus unter dem Deckmantel des wichtiges Kampfes für ein demokratisches Netz seine Triumphe feiert.

    Im übrigen sind viele Lügen über ACTA im Umlauf. Bei allen Mängeln ist ACTA aber nicht mit dem amerikanischen SOPA zu vergleichen. Es gibt inzwischen auch einge ganze Reihe von nüchternen Betrachtungen der ganzen Angelegenheit, hier nur ein Link:
    http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittenes-anti-piraterie-abkommen-warum-acta-allenfalls-eine-potentielle-bedrohung-ist-1.1282504

    • 19. Februar 2012 20:18

      Ich stimme zu: eine klare Linie ist bei den Gegnern noch nicht zu erkennen. Als eine, die auch von schöpferischer Arbeit lebt, weiß ich, wie schlecht das bezahlt ist. Von dem, was ich gelesen habe, scheinen mir aber nicht die Kreativen zu profitieren. Treibende Kraft sind hier die Verwerter, und bei den Vereinbarungen geht vor allem um ihre Bedürfnisse.

      Das Urheberrecht gehört gründlich, sehr gründlich reformiert, und zwar unter Beteiligung der Urheber. Zu viele Politiker haben in den letzten Wochen und Monaten demonstriert, daß sie schlicht keine Ahnung haben, über was sie da eigentlich verhandeln — und das erscheint mir für eine internationale Übereinkunft sehr gewagt bis gefährlich.

      Ich plädiere für eine Vollbremsung in allen übereilten Abkommen, für transparente Entscheidungsfindung und dafür, daß das Urheberrecht selbst endlich öffentlich als Thema auf den Tisch kommt. Die Piraten haben vielleicht nicht das beste aller möglichen Konzepte, aber sie stoßen eine Diskussion an, die überfällig ist.

  8. 19. Februar 2012 21:15

    „Ich plädiere für eine Vollbremsung in allen übereilten Abkommen, für transparente Entscheidungsfindung und dafür, daß das Urheberrecht selbst endlich öffentlich als Thema auf den Tisch kommt.“ Da stimme ich Dir auch zu. Aber es ist schon sehr gruselig, was man von vielen Netzaktivisten in Sachen Urheberrecht lesen muss. Und im besten Falle kann man ihnen nur zugestehen, dass sie zu beschränkt sind, um zu begreifen, dass sie mit ihren Forderungen demokratische Grundrechte aushebeln.

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