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»Der Blogger«

27. Oktober 2011

Nachtrag Februar 2012: »Der Blogger ist tot«, kam eine Nachricht von Alex Grossmann. »Zwar habe ich überwiegend positives Feedback bekommen, doch der Hauptgrund für das Scheitern, liegt wohl an meiner fehlenden Reputation in der Bloggerszene.
Da ich nie ein übermäßig bekannter Blogger war und auch nicht über ein riesengroßes Netzwerk verfüge, haben mir wohl nur recht wenige zugetraut, dass „der Blogger“ ein Erfolg werden könnte.
Vielleicht war ich auch einfach zu früh dran und jemand anderes greift diese Idee in Zukunft nochmal auf. Ich glaube weiterhin daran, dass so etwas zum Erfolg geführt werden kann.«

Das Projekt ist so simpel wie anachronistisch: eine Zeitschrift, von Bloggern erstellt (gegen Honorar!). Online-Texte am Kiosk, Instagram-Fotos auf Papier, Blogosphären-Themen für alle? Vielleicht so in der Art, vielleicht aber auch anders.

Via Crowdfunding will AlexG das neue Magazin ins Leben rufen; die Themenbereiche Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Technik, Gesellschaftskritik und Zeitgeist sind geplant. So weit nichts Überraschendes. Für mich der Charme der Idee: Offline wäre die Hetze des Netzes außer Kraft gesetzt. Hier könnten Leute aus allen möglichen Lebenszusammenhängen schreiben; Spezialisten für Nischenthemen, Polemiker, Poeten, eben Menschen mit besonderem Blick auf die Welt, so vielfältig wie die Blogosphäre. Auswahl und Zusammenstellung wäre eine Aufgabe für eine sehr fähige Redaktion, natürlich. Und für ein durchsetzungsfähiges Korrektorat.

Ob so ein Projekt funktionieren kann? Keine Ahnung! Und auch, in welche Richtung es sich entwickeln würde, finde ich höchst spannend: Gebrauchslyrik? Grafik-Experiment? Stimme aus dem Keller? Monatliches »Best of«? Der Mangel an konkreten Eingrenzungen macht mich neugierig und weckt Hoffnungen auf Bildstrecken von Obst, Froschleichen oder Kaugummiautomaten …

Wenn so ein Magazin gut gemacht wäre: Ich würde es kaufen. Dazu muß es allerdings erst mal zustande kommen. (Es fehlen im Augenblick noch 30 Fans.)

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11 Kommentare leave one →
  1. 27. Oktober 2011 16:12

    Die Idee ist charmant. Ob sie verfängt? Artverwandtes (wenn auch offensichtlich deutlich mehr Mainstream und jugendlastig) wurde ja letzthin in Berlin mit dem Feed-Magazin versucht. Sollte funktionieren wie ein RSS-Feedreader, gedruckt. Scheiterte – Achtung: Überraschung – am Geld.

    • 27. Oktober 2011 17:54

      Ja, das Geld. Naja. Man wird sehen. (Dieses Heft soll ja etwas kosten.)
      Ich mochte die Idee, daß Gebloggtes plötzlich zu etwas gerinnt, was man nicht mehr mit den gewohnten Social Media-Werkzeugen bearbeiten kann. Hat was von Museum, ja; aber dafür mag ich Print.

  2. 28. Oktober 2011 7:43

    Mir würden spontan einige Kandidaten einfallen, deren Stil und deren Geschichten für mehr als Blog-Fastfood geeignet sind.

    Schöne Idee. Ich hatte mal an einem Buch mit Bloggeschichten rumgedacht.

  3. 28. Oktober 2011 9:31

    Von Museum und/oder Archiv. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es will.

  4. 1. November 2011 19:59

    Keine schlechte Idee … und ein interessantes Experiment. Lustig ist, dass ich den Post gestern gelesen hatte, gerade nachdem ich eine etwas rudementärere Form von Blog-Print-Crossover gestartet hab: http://ufoportglufenteich.files.wordpress.com/2011/11/briem.jpg
    Irgendwie lustig, dass die WordPress-Druckfunktion „Gefällt mir“ mit ausdruckt, den Button aber nicht …

  5. 1. November 2011 22:47

    Naja, klicken könnte man auch den ausgedruckten Button nicht. Vielleicht einen Stift dranhängen und eine Strichliste machen?
    (Das Aushängen von Blogtexten finde ich klasse; so viele Offliner wissen gar nicht, was ihnen entgeht …)

  6. 22. November 2011 17:58

    … vielleicht habe ich irgend etwas falsch verstanden, aber mein erster Impuls ist: Was für eine Lawine muss da über einen gehen? Ich schaffe es ja kaum, eine Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (schon gar nicht die Zeit) innerhalb von einer Woche halbwegs ordentlich zu bewältigen, obwohl es da Rubriken gibt und eine gewisse Ordnung, nach der man sich richten kann…

    Schöner Blog übrigens, auf den ich – wie nochmal? – gerade gestoßen bin. Und dann dieser verwandtschaftliche Header (-:

    • 22. November 2011 22:12

      Danke für den Besuch — Papierschiffchen haben was! :)
      Wenn ich den »Blogger«-Gründer richtig verstanden habe, soll es ein Magazin werden mit Bloggern als Autoren. Nicht vom Netz auf Papier, sondern etwas eigenes, unabhängig vom Mainstream. Also vermutlich überschaubar.
      (Das Zeit-Problem kenne ich. Nie sind genügend Tage für die Wochenzeitung da.)

  7. 23. November 2011 23:03

    Es gab da auch schon mal so ein Projekt „Blogger machen Zeitung“ (oder so ähnlich) initiiert von der Welt. Müsste sich über Google herausfinden lassen… Ich fange da jetzt lieber nicht an zu suchen, sonst komme ich wieder vom Hundertsten ins Tausendste – und in der Küche liegt noch die ungelesene FAS vom 20.11.

  8. 24. November 2011 12:10

    :-)

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