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Wahre Schönheit

20. September 2009

Durchblick

Was treibt eigentlich die Völklinger Hütte so?

Das Alte Mädchen hat das Rauchen aufgegeben. Sie hat lange keine Männer mehr gefressen, kein Feuer mehr gespien, und sie säuft nicht mehr das Wasser aus der Saar. Ihr Kreischen und Rumpeln ist Vergangenheit, und die Hemden auf den Leinen der Stadt läßt sie sauber.

Ruhig ist sie geworden. Sie hat ihren grünen Daumen entdeckt, auch ihr Herz für Kinder. Sie gibt sich kulturbeflissen und, irgendwie, geschichtsbewußt. Dabei weiß sie über Spuren braunen Drecks hinwegzusehen.

Ihr letztes echtes Laster ist die Spitzenwäsche, in die der Rost sie kleidet und die sie schrecklich gerne herzeigt. Irgendwann, fürchte ich, wird ihr das zum Verhängnis werden. Wie dem auch sei — man dreht sich auf der Straße um nach ihr, und noch, noch ist sie jeden Umweg wert.

Besucht die Völklinger Hütte!

Rost

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24 Kommentare leave one →
  1. 6kraska6 permalink
    20. September 2009 20:35

    Der alte Qyper kann nicht anders; auch wenn er nichts zu adden hat, muß er wenigstens sagen: Schön geschrieben & feine Bilder!

  2. 20. September 2009 21:35

    Was für eine gut erhaltene Eiserne Lady – und im Gegensatz zur gleichnamigen Britin doch etwas für die Ewigkeit.

  3. 20. September 2009 22:43

    Merci, Ihr. Das Ding ist so unverschämt fotogen, man kann auch hier nicht anders.

  4. 21. September 2009 13:04

    Wow! Da will ich sofort hin.

  5. kormoranflug permalink
    21. September 2009 18:55

    Hast Du Dich nicht gefürchtet neben der alten Höllenmaschine?

    • 21. September 2009 19:38

      Zum Fürchten ist sie schon ein wenig. Aber es ist dann doch eher Ehrfurcht, die einen packt.

  6. donqyxote permalink
    21. September 2009 21:48

    Schön geschrieben , schöne Bilder!

  7. 22. September 2009 9:14

    Ach, da möcht ich auch mal hin! Und danach in die Utopie.

    • 22. September 2009 13:41

      Klingt nach einem guten Vorhaben. Und dann wären da eigentlich noch der Bürgerpark, die Kasematten, die Ludwigskirche, … :)

  8. stroheim permalink
    22. September 2009 17:49

    Schön anzusehen, die rostige, alte Dame und eine äußerst spannende Geschichte hat sie auch. Danke für den Beitrag.

  9. philipp1112 permalink
    23. September 2009 10:41

    Allen LesernInnen, allen KommentatorenInnen, die die Hütte noch nicht kennen, kann ich wirklich empfehlen, sie zu besuchen. Häufig werden in der alten Gebläsehalle Ausstellungen geboten. Leonardo da Vinci war vor einigen Jahren mal da. Dessen technische Zeichnungen und Modelle beeindruckten in diesem „Ambiente“ mehr als in jedem „normalen“ Museum. Das Inkagold leuchtete in der Halle strahlender als anderswo.
    Geht auf die Website http://www.voelklinger-huette.org – und wenn Ihr schon mal einen Schlenker ins Saarland macht, schaut in Wadgassen im Zeitungsmuseum vorbei. Das ist über http://www.kulturbesitz.de im Netz zu erreichen. Saarland ist nicht nur Oskar!

    • 23. September 2009 12:40

      Wadgassen steht auch noch ganz oben auf meiner Agenda!

  10. 6kraska6 permalink
    23. September 2009 11:52

    Leonardo da Vinci war vor ein paar Jahren in Völklingen? Ich wußte gar nicht, daß der alte Mann noch lebt…!

    • 23. September 2009 12:39

      Bloß schade, daß er die Zeitmaschine wieder mitgenommen hat.

  11. philipp1112 permalink
    23. September 2009 15:42

    Leonardo ist halt unsterblich!

  12. 6kraska6 permalink
    23. September 2009 20:11

    @phillipp: Auch wieder wahr!

  13. april permalink
    23. September 2009 22:26

    Ich komm‘ da bestimmt mal vorbei; es steht schon auf meiner Liste. Neulich war ich im Landschaftspark Duisburg-Nord und der hat mir schon gut gefallen. Aber die Völklinger Hütte soll viel beeindruckender sein.

  14. karu02 permalink
    25. September 2009 11:11

    Danke für diesen Hinweis, den guten Artikel und die Fotos. Davon würde ich geren noch mehr sehen. Beim nächsten Saarlandbesuch steht sie nun ganz oben auf der Liste.

  15. 16. Juni 2012 23:13

    Ja, ja, ja, ein altes, dickes, dreckiges Stahlwerk! An mein Herz!
    Aber in 200 Jahren wird niemand mehr wissen, wozu sowas überhaupt gut gewesen sein soll…

    • 16. Juni 2012 23:30

      Ach, in 200 Jahren ist das Ganze, wenn es vorher keiner in Plastik eingießt oder so, ohnehin weggekrümelt. Der Rost kriegt alles.

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