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Quer zu schlucken: Das neue Qype

16. März 2009

Jetzt ist es gut drei Wochen her, daß den überraschten Qype-Nutzern ihre Plattform im neuen Gewand präsentiert wurde. Ich habe lange damit gewartet, mein Urteil zu notieren; zu viel ist immer noch im Umbau, über zu viel ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Allmählich lassen sich aber die echten Neuerungen von den Bugs unterscheiden.

Das ist das eine: eine offensichtlich unerprobte Version (da können sich die Betreiber noch so laut auf „ausführliche Testläufe“ berufen) hinzustellen und dann erst („unter Hochdruck“) die übelsten Fehler zu beheben. Unprofessionell. Ergebnis: verärgerte Nutzer, für die plötzlich einfachste Sachen nicht mehr funktionieren, gestreßte Programmierer, die nicht sachlichen Bug-Reports, sondern Stürmen der Entrüstung gegenüberstehen.

Das andere ist die Art, wie der Neustart geschehen ist. Die verblüfften Qyper wurden plötzlich (donnerstags! Vor dem Wochenende!) von den neuen Farben angestrahlt. Die Ankündigung waren vage gewesen, einiges konnte man in Pressemitteilungen anderswo lesen. Nutzerwünsche wurden so offensichtlich nicht berücksichtigt, daß sich alle, die mit Engagement Verbesserungsvorschläge gemacht haben, grundlegend veräppelt fühlen. Auf die (verständlich) heftigen Reaktionen wurde nicht, vertröstend oder beleidigt reagiert. Scharen von Qypern hopsen winkend und rufend in die Höhe, fühlen sich aber nicht gesehen. Das werden sie dem Hauptquartier nicht so schnell verzeihen.

Qype, das war: eigene Kontakte und neue Gesichter, alte Reviere und neues Land besuchen. Artikel schreiben, lesen und kommentieren. Mt anderen darüber (oder über anderes) diskutieren, hier und da eine gute Empfehlung mitnehmen. Leute kennenlernen, das vor allem. Und zwar auf eine Art, wie ich sie eigentlich nur hier gefunden habe: durch Empfehlungen, durch Schreibstil, durch Scherz und Streit. Das war klasse.

Und jetzt?

Die vielbeschworene „Usability“ des Portals hat abgenommen. Deutlich. Suchmöglichkeiten sind eingeschränkt, lokale Zuordnungen himmelschreiend verkehrt; es ist nur ärgerlich. Gut, daran wird gearbeitet, aber das kann dauern. Das Surfen auf Qype macht jedenfalls kaum noch Spaß.

Auch die angemeldeten Nutzer müssen viele kleine Einschränkungen in Kauf nehmen — zur Genüge angemerkt, beklagt und diskutiert in den einschlägigen Qype-Gruppen.

Es ist beispielsweise komplizierter und zeitaufwendiger geworden, in den Gruppen auf dem neuesten Stand zu bleiben — auf Neuigkeiten etwa wird nicht mehr hingewiesen. Vielleicht soll so etwas den Fokus von Qype weg von der Community hin zu den Beiträgen (und nichts als den Beiträgen) lenken –? Das schmeckt mir nicht; es hat so etwas von pädagogischer Maßnahme: Schön bei dem bleiben, was den Marktwert steigert. — Mein Qype aber ist die Community.

Schlimmer als das: Das Textfeld zum Eintragen der Beiträge ist nur noch halb so breit wie vorher. Faß dich gefälligst kurz! Schließlich sollen die Texte auch auf iPhone-Bildschirmchen passen! — Die schönen, nicht immer sachlichen, auch mal weitschweifigen Artikel sind offensichtlich nicht mehr erwünscht — dabei waren sie es oft, die mir am meisten Spaß gemacht haben.

Wenn ich dann die neue Oberfläche in ihren gesichtslosen Knallfarben anschaue, die Verlosungsaktionen von fragwürdigem Effekt und schließlich das neue Foto auf dem Qype-Blog, dann habe ich vollends das Gefühl, daß man mir hier die Tür aufhält. Ich bin — wie die meisten der präsenteren Qyper — den „goldenen Zwanzigern“ lange entwachsen. Ich rechne mich nicht zur „Generation Fun“, und glatte Marketingnasen grausen mich mindestens so wie Business-Denglisch. Nö, hier passe ich nicht mehr.

Klar, ich könnte mich an die Äußerlichkeiten gewöhnen, die sicher noch befeilt und verbessert werden — wenn, ja, wenn die netten Leute, die interessanten Köpfe blieben. Es werden aber immer mehr, die nach Jahren in der Community ihre Beiträge löschen, die Zelte abbrechen und eine neue Heimat suchen. Das alles geht zulasten des ollen Qype, dessen Marktwert vielleicht steigt, dessen Niveau aber sinkt.

Noch hoffe ich, daß das Qype-Management die Warnzeichen sieht und entsprechend handelt. Wenn nicht, werde ich mich dort auch zurückziehen und zuschauen, wie aus einer richtig netten Sache ein x-beliebiges Bewertungsportal wird.

Wir sehen uns dann in der Neuen Heymat.
Kommt alle! Schreibt! Kommentiert! Habt Spaß!

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40 Kommentare leave one →
  1. 6kraska6 permalink
    16. März 2009 18:11

    Deine Zusammenfassung ist zu 100% richtig. Genauso sehe ich es auch. Obwohl „im Streik“, habe ich jeden Tag verfolgt, wie HQ und Community Management auf die Kritiken reagierten: Mit einer schon wirklich beleidigenden Ignoranz wurde rein technisch argumentiert und die große Zahl von Kritiken, die sich mit dem Community-Aspekt befassten, mit totalem Schweigen übergangen. Ich glaube daher nicht mehr, daß sich noch etwas wesentliches ändert. Sehr, sehr schade. Das Qype, das ich im letzten Sommer noch kennenlernen durfte und für das ich über 300 Beiträge verfaßt habe, wird auf jenem Portal nicht mehr wiedererstehen. Money makes the world go … down.

  2. philipp1112 permalink
    16. März 2009 19:21

    Bravo, Lakritze, du ja so recht!

    In mir hat Qype den gleichen Frust bewirkt, obwohl ich erst seit August 2008 dabei war.
    Mit großem Enthusiasmus habe ich geschrieben, gelesen, gewertet und kommentiert. Nette Kontakte habe ich geknüpft. Dann die totale Ernüchterung.

    Letztlich trifft es mich aber nicht so nachhaltig, erlaube ich mir doch heute, dahin zu gehen, wo es mir Spaß macht. Plätze, ob virtuelle oder reale, betrete ich nicht mehr oder zumindest weniger, wenn es mir nichts mehr bringt oder Spaß und Freude fehlt. Es verhält sich dabei wie nach einem Besuch in einem schlechter gewordenden Lokal. Das nächste Mal gehe ich woanders hin zum Essen, Glas Wein trinken, Freunde treffen.

    Ich habe mich daher auch nicht an diesen engagierten und zum Teil hysterische Diskussionen in der Qype-Community beteiligt. Ich hoffe,daß wie im Falle des oben beschriebenen Lokals der Wirt wechselt, es wieder besser schmeckt. Dann werde ich auch gern wieder dorthin zurückkehren.

  3. 16. März 2009 23:32

    Liebe Lakritze,

    schön, wieder von dir zu lesen. Irgendwie hast du es doch nicht geschafft, die angekündigten sieben Wochen „clean“ zu bleiben…

    Du hast mit deiner Analyse Recht … und trotzdem noch so viel Geduld mit einer Platform, die einmal echte Qualitäten hatte, dank einiger Mitglieder. Mir hat die bornierte Umgang eines gewissen Herrn U. mit sachlicher Kritik gereicht,um meine Konsequenzen zu ziehen. Und: ich habe es keine Sekunde bereut. Ich habe den Eindruck, es ist noch viel schlimmer geworden…

    Herzlichst und willkommen zurück
    Wassily

  4. hyke permalink
    16. März 2009 23:35

    Bravo Lakritze.
    Auch ich habe bereits fast ein Drittel meiner Beiträge gelöscht, fühle mich wie eine alte nutzlose Omma auf Qype. War zwar erst seit August 08 dabei, hatte den Laden samt Community aber irgendwie lieb gewonnen. Der einzige Grund, warum ich mich noch nicht habe löschen lassen, ist die (wohl eher hoffnungslose) Hoffnung auf Hoffnung.

  5. joulupukki permalink
    17. März 2009 0:31

    Heyo Lakritzchen!

    Freu mich sehr, wieder was von Dir zu hörlesen!
    Qype wirft zur Zeit ja wiedermal ganz schöne Wellen… Für mich fühlt sich das alles schon so weit zurück an, dass ich mich wie ein amüsierter Zaungast zurücklehnen kann. Nicht einmal mehr ein Funken Fremdempörung zu spüren … ich glaub, ich bin clean ;o)
    Qype ist und bleibt nunmal ein kommerzielles Projekt, das so viel Herzblut garnicht verdient hat. Finde ich zumindest, weshalb ich mich in der Blogwelt auch viel wohler fühle. Wenn schon Herzblut, dann dort, wo mir was am Herzen liegt.

    schubidu,
    Jou

  6. meme permalink
    17. März 2009 12:12

    … gestern Nacht das erste Mal gelesen, jetzt wieder. Kein Beitrag oder Kommentar – egal wo – hat mich mehr deprimiert und die Sinnlosigkeit meines weiteren Qype-Engagements, die zunehmende Gesichtslosigkeit des Portals und meine ganz persönliche Traurikeit darüber bewußter gemacht.

    Ersatz ist nicht in Sicht – was tun – ehrlich, ich weiß es auch nicht mehr. An die 10 Beiträge – lange aufgeschoben – warten auf’s Schreiben. Macht das überhaupt noch Sinn, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen, um z.B. Werbung für meine Stadt zu machen. Ja ich habe das Ganze schon als Werbung verstanden, Werbung für gute Ideen, für Dinge, die ich wichtig finde, für das Besondere im Normalen, für Engagement und, und, und ….

    Die Beiträge der anderen Art – literarische Kabinettstückchen, liebevolle Hommagen – waren das Salz in der Suppe, und ohne Salz schmeckt nun mal keine Suppe. Ich bin ratlos – ein wenig Zeit noch, abwarten ?? – positives Denken versetzt Berge, hier auch ??

  7. 17. März 2009 13:29

    Ach, nein, liebe Meme! Du bist einer der wenigen Gründe, warum ich mich noch nicht zum Gehen entschließen konnte. Du hast mit Deinen Beiträgen genau das erreicht, was Du erreichen wolltest, und ich bewundere den Optimismus, mit dem Du dem Portal eine Chance gibst. Vielleicht entschließen sich doch noch ein paar Querköpfe zum Bleiben …!

    Ich denke, wir haben Qype zweckentfremdet und als Tagebuch, Notizzettel, Literaturcafé, für politische und sonstige Äußerungen und Diskussionen mißbraucht. Und das war wunderbar so, weil alles gelesen wurde und sogar einen richtigen Nutzen hatte.

    Nun haut das Management auf den Tisch und drängt das Ganze in die ursprünglich vorgesehene Richtung — und ich bin gespannt, ob das lebensfähig sein wird oder ob Qype doch das ist, was wir daraus gemacht haben. Ich warte jetzt erst mal auf die Reaktionen auf den Protest …

  8. 18. März 2009 0:21

    Ich finds gut, dass du dir mit deiner Stellungnahme so viel Zeit genommen hast, dadurch ist sie — scheint mir — viel runder, stimmiger, ausgereifter geworden als meine vielen kleinen Einzeleinwürfe.

    Und ich glaube noch nicht einmal, dass die Qypemacher unsere „Zweckentfremdung“ so tragisch fanden.

  9. eichhorn permalink
    18. März 2009 10:24

    Mir geht es prinzipiell genauso. Allerdings bin ich noch uneinsichtig, inwiefern das neue Qype es den „Guten“ tatsächlich unmöglich macht zu bleiben. Wenn Du, Lakritze, sagst, wir haben Qype zweckentfremdet, denke ich, ja, aber warum sollen oder können wir das nicht weiter tun? Die Usability hat gelitten, aber um ehrlich zu sein, ich komme damit immer noch zeitsparender klar als mit den Blogs (trotz RSS Feed). Das Herzblut, was das Portal insgesamt ausmacht, muss sich auf die eigene Nische beschränken, denn das Qype-HQ braucht und will dieses Herzblut nicht. Aber damit könnte ich leben. Nur eben nicht damit, dass es in der Nische so leer wird.

  10. botschaftneukoelln permalink
    18. März 2009 10:31

    JA, völlig richtig: HERZBLUT IST OUT !

  11. vati permalink
    19. März 2009 10:20

    Hier darf vati auch wieder mitmachen. Liebe Grüße aus Berlin

  12. oachkatz permalink
    19. März 2009 18:27

    Aber nur, wenn er sich gut benimmt ;-)

    • vati permalink
      20. März 2009 23:28

      Du bist vorlaut. ;-)

  13. 20. März 2009 10:13

    Ich schließe mich Eichhorn an und plädiere dafür, bei Qype zu bleiben. Was sind denn die Alternativen?
    Jeden Tag die Runde durch unsere verschiedenen Blogs machen, hier mal kommentieren, da mal kommentieren, irgendwo ein Forum einrichten? Für Insider mag das eine Weile lang praktikabel sein, aber neue Menschen werden zu solch einer „wilden“ Community nicht dazustoßen, sondern sich erstmal eher bei einem etablierten Portal einbringen. Einem etablierten Portal wie Qype.
    Selber eine Community aufbauen, egal ob mit selbstgeschriebener Software oder auf Basis eines CMS halte ich – nachdem ich bei einem solchen Projekt mal mitgearbeitet habe – letztlich für utopisch. Das frißt dermaßen viel Zeit und Ressourcen, dass es zum Fulltime-Job wird. Es ist eben nicht mit „Ich setz mal schnell so ein CMS auf und da schreiben wir alle rein?“ mag für den Anfang gehen, aber spätestens, wenn man die Community vergrößern und ihr frisches Blut zuführen will, stößt man sehr schnell und hart an die Grenzen des Machbaren.
    Mit Qype haben wir immer noch ein Portal, in dass wir unsere Beiträge und Fotos reinstellen können, in dem andere Menschen auf unsere Beiträge und Fotos aufmerksam werden und darauf reagieren können. Auch wenn die Möglichkeiten zu Feedback und Kommunikation nicht mehr so gut zu handhaben sind wie vor diesem unseligen Relaunch… es gibt diese Möglichkeiten noch, und wir können Sie in unserem Sinne handhaben.
    Dass das möglicherweise eine Geschichte „auf Zeit“ wird, ist klar. Bewertungsportale wie Qype, in die richtige Menschen richtige Beiträge reinschreiben, wird es m. E. nur noch ein paar Jahre lang geben. Irgendwann wird man sich in diesen Portalen die Bewertungen bei multiple choice zusammenklicken, und die Mehrzahl der User wird sich freuen, dass es so unkompliziert geht. Erst dann ist meiner Ansicht nach kein Platz mehr für uns auf Qype, vorher können wir es noch – trotz idiotisch eingeschränkter Usability und gewöhnungsbedürftiger Kommunikationskultur – in unserem Sinne nutzen. Oder?

    • 20. März 2009 22:52

      Ich nutze Qype in meinem Sinne weiter, indem ich auf mein Blog verweise. Schöne Fotos und lange Beiträge wird es künftig nur noch dort gebe, auf Qype vielleicht einen kurze Zusammenfassung. Qype möchte ja auch keinen Redeschwall, wie uns der schmale Eingabekasten klar macht.

      Ich bewundere dein Durchhaltevermögen, Chris.

    • 20. März 2009 23:07

      Schei… wieder so viele Tippfehler, ärgerlich.

    • 20. März 2009 23:52

      @vilmoskörte Kein Durchhaltevermögen, Pragmatismus. Ich habe qype geschätzt wegen des Feedbacks geistesverwandter Nutzer. Solange ich mich dort weiterhin mit diesen Menschen austauschen kann, bleibe ich. Sowie es eine bessere Alternatve gibt, gehe ich.

  14. 20. März 2009 10:43

    Schon. Es sei denn, Qype ginge vorher anderweitig die Luft aus:
    http://www.qype.com/place/530791

    Ich würde wirklich gerne bleiben. Aber wenn der Spaß abnimmt, weil zu viele Leute sich verabschieden, werde ich wohl seltener reinschauen. Da ist die Zweigleisigkeit für mich eine gute Lösung.
    Und verfolgen, was die Gegangenen so machen, kann ich besser, wenn sie sich zumindest hin und wieder mal an einem verabredeten Ort blicken lassen.

  15. karu02 permalink
    20. März 2009 18:30

    Auf diesem Portal hier, mit 184.729 Beiträgen pro Tag oder mehr, hätte ich die scharfsinnigen, wortgewandten, humorvollen, geistreichen Menschen, die z.B. hier alle versammelt sind, nie gelesen. So unübersichtlich Qype jetzt geworden ist, bietet es doch die Möglichkeit, sich eine Gruppe von Menschen auszusuchen, auf die man neugierig ist, von denen man etwas lesen und erfahren möchte und immer mal wieder jemand neu zu entdecken. Leichter als anderswo. Von daher ist der Gedanke nicht schlecht, das Portal für die eigenen Zwecke zu nutzen und sich nicht um das zu scheren, was der neue „Nutzen“ sein soll. Ich bin auch seit August 2008 (stand da der Mond günstig oder der Merkur im dritten Haus?) dabei und habe nicht nur den Spaß am schreiben und teilen von Erlebnissen entdeckt, sondern auch eine Gruppe Menschen, die mir „ans Herz gewachsen“ ist, obwohl nicht persönlich bekannt. Das war das Erstaunlichste für mich, hätte ich vorher nicht für möglich gehalten. Ich möchte das nicht mehr missen.
    Was mich nun aber abhält davon, bei Qype weiter zu schreiben, sind nicht so sehr die chaotischen Verschlechterungen sondern der Gedanke, für kritische Äußerungen belangt zu werden. Das geht nun gar nicht. In einem Bewertungsportal mit Punkten von 1 bis 5 muss ich begründen dürfen, warum ich nur einen Punkt für einen Ort oder Platz vergebe. Sonst ist das Ganze absurd. Das Risiko sollte von den Betreibern getragen werden und nicht von den Schreibern.
    Ich bin froh darüber, dass viele, die ich schätzen lernte, sich nicht in alle Winde zerstreut haben und hier zu finden sind.

  16. botschaftneukoelln permalink
    20. März 2009 18:42

    @LAKRITZE: «LENZ» hat eine Unterlassungsklage am Hals weil er auf QYPE geschrieben hat ?
    Na vielen Dank.

    @KARU: Du kannst Dir hier auch eine Kontaktliste zusammenstellen und Dir die Beiträge mailen oder «feeden» lassen.
    So viel anders ist das auch nicht.
    Grüße in die Alpen !

    • 20. März 2009 22:45

      Lenz hat keine Unterlassungsklage am Hals, „weil er auf Qype geschrieben hat“. Lenz hat eine Abmahnung mit der Androhung einer Unterlassungsklage am Hals, weil er in einem Beitrag zu einem Dienstleister seinem Ärger über diesen Dienstleister auf eine Art und Weise Ausdruck verliehen hat, die dieser Dienstleister als geschäftsschädigend ansieht. Das mögen für Lenz alles objektive Gründe sein, für den Dienstleister sind sie es offensichtlich nicht, oder er seiht sich nicht in der Rolle des Verursachers dieses Ärgers. Dann trifft man sich eben vor Gericht, um das zu klären, oder klärt das mit den Anwälten, indem man eine Unterlassungserklärung unterschreibt. Das kostet. Ich glaube auch nicht, dass es in diesem Fall ein „Massenabzocker“ ist, 600 € Anwaltskosten für den Einzelfall sind wohl heutzutage auch eher ganz normale RA-Kosten. Das ganze kann dir (und mir) genauso passieren, wenn du (oder ich) einen Beitrag mit ähnlichem Inhalt auf deinem privaten Blog schreibst (Ärger ist bei solchen Veröffentlichungen immer ein schlechter Ratgeber, also lieber eine Nacht drüber schlafen und den besten Freund fragen, ob man es wirklich so schreiben soll).

  17. 20. März 2009 20:49

    „In einem Bewertungsportal mit Punkten von 1 bis 5 muss ich begründen dürfen, warum ich nur einen Punkt für einen Ort oder Platz vergebe. Sonst ist das Ganze absurd. Das Risiko sollte von den Betreibern getragen werden und nicht von den Schreibern.“

    Hm. Nehmen wir mal an, Qyper XY war in Kneipe ABC, hat dort in vier Stunden acht Bier getrunken, die Bedienung meint, sie habe ihm neun gebracht, es gibt Streit, zähneknirschend zahlt XY die neun Bier, kippt auf dem Nachhauseweg noch ein paar Beschleuniger und schreibt dann morgens um drei einen richtig schönen 1-Sterne-Beitrag über Kneipe ABC. Das Risiko für derartige Beiträge kann kein Portalbetreiber dieser Erde tragen.
    Wenn also die Betreiber das komplette Risiko der Veröffentlichung tragen müssten/sollten hieße das redaktionelle Kontrolle. Jeder Beitrag müsste vor der Veröffentlichkeit auf juristische Unbedenklichkeit hin gegengelesen werden. Der personelle Aufwand wäre m. E. nicht zu finanzieren, bzw. von vornherein logistisch gar nicht machbar. Wäre es doch machbar, hieße das stundenlanges Warten zwischen Übermittlung und Veröffentlichung des Artikels, Löschen möglicherweise bedenklicher Passagen durch die Redaktion, anschließende endlose Zensurdiskussionen (müsste der Portalbetreiber dann auch die Verantwortung für die Inhalte der Kommentare übernehmen?)… wer würde sich denn an einem solchen Portal noch beteiligen wollen?

    Gruß
    Chris

    • 20. März 2009 23:03

      Im Vorfeld kann Qype ganz sicher nicht alle Beiträge im Detail lesen. Die ein oder andere Stichprobe ist ihnen aber sicher zuzumuten.

      Und, ganz so einfach, finde ich, kann sich Qype nicht völlig aus der Verantwortung ziehen. Da gibt es immer noch die „Mitstörerhaftung“ und es gibt auch einige strittige Urteile, vor allem von dem berühmt-berüchtigten Hamburger Landgericht, die durchaus auch den Betreiber einer solchen Plattform in die Verantwortung für das darauf Veröffentlichte nehmen.

      Rein „moralisch“ finde ich weiterhin, dass Qype im Falle einer solchen Abmahnung den Betroffenen zur Seite stehen sollte, mit Anwälten oder auch monetär. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit Qype das tut oder nicht und möchte mich da jeder Äußerung enthalten. Ich glaube aber Moes Aussagen (auch wenn ich sonst gern an ihm rummmäkele), dass sich Qype zumindest mit solchen Angelegenheiten befasst.

  18. 20. März 2009 23:30

    „Und, ganz so einfach, finde ich, kann sich Qype nicht völlig aus der Verantwortung ziehen. Da gibt es immer noch die “Mitstörerhaftung” und es gibt auch einige strittige Urteile, vor allem von dem berühmt-berüchtigten Hamburger Landgericht, die durchaus auch den Betreiber einer solchen Plattform in die Verantwortung für das darauf Veröffentlichte nehmen.“

    Wo willst du die Grenze der Verantwortung ziehen? Wann willst du Stichproben machen, bzw. machen lassen? Stefan Niggemeier wurde als „Mitstörer“ verdonnert, weil er einen (!) Kommentar (!) zu einem seiner Blogbeiträge, der nachts um drei eingestellt wurde, „erst“ am nächsten Morgen um 11 gelöscht hat.

    Wenn du auch nur in Teilbereichen Verantwortung für das übernimmst, was deine User auf deiner Plattform veranstalten, bist du juristisch offen wie ein Scheunentor. Denk nur mal dran, was unseriös agierende Mitbewerber mit dir veranstalten könnten…
    Oder kennst du eine Alternative?

    Gruß

    Chris

  19. botschaftneukoelln permalink
    21. März 2009 15:50

    Guten Tach !

    Wenn hier in einem oberlehrerhaften Ton zwanghaft kommentiert und (wie auch a.a.O. korrigiert) und nachrecherchiert wird, dann halte ich meine Kontakte lieber per Email aufrecht und auf dem Laufenden.

    Wo sind wir denn ?
    Dies ist kein neues Qype.

    Matthias

    • 23. März 2009 19:47

      Auf welchen Kommentar beziehst du dich, wenn du von einem „zwanghaften Kommentar in oberlehrerhaften Ton“ sprichst? Und was soll „a.a.O. korrigiert“ bedeuten? Leider finde ich auch diesen Kommentar (wie viele deiner Aussagen und auch die von dir so gern ohne weitere Erläuterungen nur aus eine Link bestehenden Beiträge) enigmatisch und unverständlich. Sachde, dass mir das, was du eigentlich sagen möchtest, oft entgeht.

  20. ottogang permalink
    21. März 2009 20:23

    Erst mal zu Deinem Beitrag, der gefällt mir sehr gut, da kommt konzentriert all das zur Sprache/Schreibe was in Qype zu vermissen ist.
    Jetzt wurschteln wir also bloggend durch das Internet und suchen ein neues „Zuhause“ ?
    Egal, auf alle Fälle kommt keine Langeweile auf.

  21. 21. März 2009 20:45

    Ottogang: Danke. Und naja, irgendwas muß man ja tun mit seiner vielen Zeit. :)
    Botschaft: Ich versehe nicht ganz –? Natürlich ist das hier kein neues Qype, mit allen Vor- und Nachteilen. Gut gefällt mir aber, daß es auch hier zu lesenswerten Kommentarspaltendialogen kommt.

    • Botschaft permalink
      22. März 2009 12:13

      Und das bleibt auch hoffentlich so…!

  22. botschaftneukoelln permalink
    24. März 2009 0:41

    @ vilmos: Freiheit ist immer die Freiheit der andersdenkenden, wie Liesl so schön immer wieder zitiert.

    • 24. März 2009 1:08

      Tja, schon wieder so eine Antwort, die nicht weiterhilft. ich glaube, die willst (oder kannst?) dich gar nicht verständlich ausdrücken.

  23. botschaftneukoelln permalink
    24. März 2009 1:17

    Lieber Vilmos, ich bin ein Querdenker…. Das ist nicht nur für Dich ein Problem.
    Problematisch finde ich selbst ( um mich jetzt mal «verständlich» auszudrücken), wenn herzensgute Beiträge oder Kommentare «überprüft» werden. Manchmal schreibt man eben von der Leber weg. Das ist eine der Vorzüge, die ich hier bei WP und ohne HQ geniesse. Ob Merlot oder Regent, mir ist der Disput wichtig und nicht die Form (und das, obwohl ich Ästhet und Grafiker bin).

    Grüße nach Moabit

    Matthias

    • 24. März 2009 1:25

      Des Querdenkers herzensgute, aber leider unwahre Aussagen zu kritisieren ziemt sich nicht, das habe ich jetzt verstanden, danke.

    • 24. März 2009 9:42

      Ich weiß zwar nicht, auf wessen Beiträge Du anspielst.
      Aber ich denke, wer etwas öffentlich hinstellt, muß sich auch gefallen lassen, daß er Reaktionen erhält — das ist doch auch analog schon immer so gewesen.
      (Nein, wir müssen uns jetzt nicht streiten. Aber wenn Du drauf bestehst, können wir ja rausgehen. :))

  24. botschaftneukoelln permalink
    24. März 2009 1:29

    Warum beziehst Du das alles auf Dich ?
    DAS habe ICH jetz NICHT verstanden …

    • 24. März 2009 1:44

      Ich beziehe nicht ALLES auf mich, nur eine deiner Aussagen. Und das, weil du dich um eine einfache Antwort auf eine einfache Frage, nämlich auf was sich dein Anwurf „oberlehrerhaften Ton zwanghaft kommentiert… “ aus welchen Gründen auch immer drückst, bin ich davon ausgegangen, dass du dich auf meine Antwort zu deinem Kommentar „«LENZ» hat eine Unterlassungsklage am Hals …“ beziehst. So einfach ist das. Aber ich beende das hier, es langweilt vermutlich alle anderen.

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