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Hobby-Dialektforschung

6. November 2008

Wie heißt bei euch daheim eigentlich das letzte Stück vom Brot?

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43 Kommentare leave one →
  1. 6. November 2008 16:08

    Knäppchen, natürlich.

  2. 6. November 2008 16:15

    Kanten, Knust, Knüstchen.

  3. 6. November 2008 16:44

    Knäppchen ist zweifelsfrei gemein-westfälisch. Wie ist das auf Bayrisch?
    Kanten hört sich hochdeutsch an — Knust ist woher?

    Bei „uns“ heißt es Ranfel; ich glaube, das stammt aus dem Erzgebirge.

  4. 6. November 2008 17:00

    Die Bayern sagen Scherzl, wie die Austrianer.

  5. 6. November 2008 17:11

    „Mein“ Westfale sagt übrigens Knurrn, gesprochen „Knuan“. (Die Westfalen sind sich da wohl ziemlich uneins …)

    Und saarländisch: Knießchen.

  6. 6. November 2008 17:16

    Knärzl (BaWü Nähe KA)

  7. 6. November 2008 17:17

    Das erste Stück heißt aber genauso :-)

  8. 6. November 2008 17:29

    Lakritze,
    das Knäppchen/der Knapp ist meines Wissens auch eher pöttisch.

  9. 6. November 2008 17:31

    Wobei mir noch einfällt, dass im westfälischen Platt des Raums Ruhrpott ein „Knapp“ ein Haufen ist. In Dortmund gibt es eine Straße namens Hampittelknapp, was laut Auskunft eines längst verstorbenen Lehrers „Ameisenhaufen“ bedeutet.

  10. 6. November 2008 19:25

    Hampittelknapp. Damit bin ich heute eindeutig klüger geworden und schwer beeindruckt. Danke. :)

    Mindestens so schön wie das rheinhessische Wort für Puppenwagen: Bobbeschäsje.

  11. 6. November 2008 19:26

    Ned, das hab ich mich auch schon gefragt. Ob es irgendwo ein Extrawort für das erste Ranfel gibt …

  12. berndb permalink
    7. November 2008 0:30

    also mal als beispiel beim normalen mischbrot oder gerster : knust, norddeutsch oder kanten, wie z.b. im brandenburgischen.

    lakritze, wo ist hinten, wo ist vorn, wenn das brot rund ist?

  13. 7. November 2008 0:53

    bobbeschäsje:
    Das ist aber schwer französisch beinflusst. La chaise – zweiachsiger Handwagen, Schäsje – Wägelchen, in Addition zur Poupèe/Puppe/Bobbe.
    Hach, ich stehe auf sowas!

    Das ist ja noch schöner als „Fisematenten“.

  14. 7. November 2008 10:13

    Bernd, egal ob rund oder eckig: Vorne ist beim Brot da, wo es knusprig und lecker ist, hinten hingegen ist es etwas zäh bis steinhart. Leicht zu unterscheiden. :)

    Buchstäblich, dann könnte Dir die Gegend um Mainz gefallen. Da sind Vokale gelegentlich nasaliert, man geht, alla, meddem Paraplüh iwwers Troddewa und trägt drunter ein Schemissjer … (Nimmt allerdings stark ab in jüngerer Zeit.)

  15. 7. November 2008 12:50

    Mir gefällt jede Gegend, in der die Menschen so speziell sprechen, dass ich Gedankenfutter habe für das Überlegen, wo jetzt dieses oder jenes seltsame Wort herkommt. Dass diese schönen lokalen Eigenheiten so rückgängig sind, finde ich traurig – da geht Wörterspielzeug verloren.

  16. 7. November 2008 13:11

    Ich habe neulich auf dem Lande eine Frau getroffen, die hat mir nach dem dritten Satz gesagt, ich würde aber schönes Hochdeutsch reden; sie könne ja leider nur Pälzisch. Der hab ich dann gesagt, sie würde aber schönes Pälzisch reden; ich könne ja leider nur Hochdeutsch. Als ich klein war, war Dialekt eben ibäh — ein Jammer, daß Leute immer noch denken, Hochdeutsch wäre „besser“.

  17. 7. November 2008 14:08

    Die letzte Ecke vom Brot heißt bei uns Knorze oder Knörzje. War noch nicht genannt.
    Bubbeschäsje kenne ich auch.
    Die vielen Anlehnungen aus dem Französischen finde ich auch klasse. In der Gegend an der Nahe (Bad Kreuznach) sagt man übrigens im Karneval anstatt „Helau“ – „Allez hopp!“
    Troddewa ist auch lange Zeit mein Lieblingswort gewesen.

  18. 7. November 2008 14:43

    Stimmt — das Knörzje! Danke.

    Ich habe auch schon wieder ganz viele französische Lehnwörter vergessen, die bei uns im Dorf (bei Kreuznach :)) gängig waren — es ist einfach zu lang her. Alla fort …

  19. 7. November 2008 16:36

    Au ja! An der Nahe sprechen die Menschen auch besuchenswert interessant – ich habe mir seinerzeit immer begeistert vom Pensionswirt morgens die Zeitung im Dialekt vorlesen lassen!

  20. richensa permalink
    7. November 2008 23:33

    Machst du eine Datenbank mit den Ausdrücken für das „Brotende“?

  21. 10. November 2008 16:40

    Fehlt auf der Landkarte noch das putzige Schwabenland:

    den BrotANschnitt nennt man hierzuland GNEISLE (auch mit K möglich),
    das BrotENDE hingegegen wird REMPFL (auch RAMPFDA) genannt.

    Und wie gehts jetzt weiter ? Brotkrumen ???? (auch ziemlich lustig)

  22. 10. November 2008 17:35

    Richensa, neenee, Datenbankpflege hat mir noch nie besonderen Spaß gemacht. Aber hübsch wär’s — mit Kartoffeln (Erdäpfeln, Grundbirnen …) habe ich das schon gesehen, in Form einer Landkarte.

    Wassily, die Schwaben! Tatsächlich zwei Wörter — endlich!
    Und Brotkrumen? Heißen die nicht einfach Krümel? Im schlimmsten Falle Semmelbrösel?

  23. wassily permalink
    10. November 2008 22:52

    Es ist ja nicht zu glauben – aber wahr ! So maulfaul die Schwaben gemeinhin auch sein mögen, so variantenreich sind sie in den Ausdrücken. Ich hab am Abend von einem Freund noch zwei zweitere Begriffe für den Brot – Rest gehört:
    RANGA oder auch RIEBELE… hübsch, nicht.

  24. 10. November 2008 23:36

    Ranga. Wäre auch ein guter Katzenname. Mir hat mal jemand erzählt, die Schwaben sagten „Giggele“, aber das geht vielleicht doch ein bißchen weit …

    • 9. Mai 2016 19:30

      Doch, doch, „Giggele“ sage ich als Allgäuer. Aber allein dort gibt es eine Reihe verschiedener Begriffe dafür. Vor ein, zwei Jahren gab es dazu doch bei einer der großen Zeitungen einen schönen Sprachatlas.

  25. 11. November 2008 0:14

    Jetzt wissen wir endlich, was der Vorname von Herrn Yogeshwar bedeutet!
    ;-)

  26. 11. November 2008 0:29

    „Knäppchen“ wäre aber auch unindisch …

  27. wassily permalink
    14. November 2008 22:39

    War dir noch eins schuldig…
    Brotkrumen: „Broosama“ – oder ganz niedlich „Breesale“

    Und der Begriff „Gigele“ oder „Giggele“ für das „Kneisle“ kommt wohl im bayerischen Allgäu vor, muß aber scharf abgegrenzt werden vom „Giggele“ oder „Göggele“, was wiederum eine Bezeichnung für das Küken ist.

  28. joulupukki permalink
    18. November 2008 20:56

    Neben Scherzerl ist der urwiener Begriff fürs letzte Stück Brot ‚Buckel‘ [Bu:ggl]. Am Würschtelstand ein beliebtes Menu: A Eitrige mit an Buggl und a Sechzehnerblech (Eine Käsekrainer mit einem Scherzerl und eine Dose Ottakringer Bier, Ottakring=16. Wiener Gemeindebezirk)

  29. 18. November 2008 23:51

    Giggele (piep!) und Breesale, das ist wirklich goldig.

    Und die Wiener, ja, die Wiener … Also, den Niedlichkeitswettbewerb gewinnen eindeutig die Schwaben. :)
    (Eitrige, die mochte ich auch immer sehr. Gibt’s hier nicht.)

  30. wassily permalink
    20. November 2008 0:01

    JUUUUPPPPIIIDDUPPPPPIIIIIEEEEDUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH,

    endlich mal was gewonnen. Auch wenns nur ein kleiner Wettbewerb, sozusagen ein Contestle war…

  31. vilmoskoerte permalink
    21. November 2008 18:20

    Hallo Ihr da! Seid gegrüßt.

  32. 21. November 2008 18:40

    Vilmos! Willkommen! Ich freu mich kringelig.
    Wo, bitte, kann ich Gegenbesuche machen?

  33. 30. November 2008 12:41

    Es Knippsche

  34. connect permalink
    16. Dezember 2008 0:35

    ein toller Sprachatlas

    Ich schließe mich ( nur teilweise) wassily an:

    Riebele oder auch Ranga, aber der Ranga ist auch die Kurve, die man immer mal wieder kriegen muss. vor allem, wenn es knapp wird, zeitlich, alkoholbedingt oder insbesondere, wenn man sich in der Argumentation vergaloppiert hat, dann musst man schauen, dass man den “ grad no da Ranga kriagt“.

    Breesala hört sich schon sehr nach Stuccitown an, das sind Braisala !

  35. wassily permalink
    16. Dezember 2008 21:12

    connect alias GG:

    Einspruch, Euer Ehren !

    In Laichingen werden die Autos vielleicht mit dem Brotendstück (RANGA) gesteuert. Ansonsten aber benutzt auch der Schwabe ein teil namens „RANKE“, also das Lenkrad…!

  36. 15. Februar 2013 0:44

    wills du noch was aus der schweiz?
    ich bin mit mürgeli auf gewachsen. später, im kanton bern lebend, hieß das teil mürggu, aaschnitt oder aahöi.

    :-)

    es lebe die mundART!

    • 15. Februar 2013 8:50

      Sie lebe hoch! Klasse — völlig neue Wörter! Außer dem Aaschnitt, den ich mir erklären kann, sehr erstaunlich. Danke!

  37. 23. März 2013 11:59

    Spät, aber es kommt noch was. Aus der Oberpfalz. Da hoaßts: a Rankerl.

    • 23. März 2013 13:26

      Das ist dann gar nicht mehr so weit entfernt vom Ranfel!

  38. Trippmadam permalink
    20. Juli 2013 9:51

    Knüstchen. (Nordhessen, bei Kassel). Wie es in Frankfurt heißt, weiß ich gar nicht. Für Haushalt und Verpflegung war meine Mutter zuständig, insofern kann ich solche Begriffe nur auf Nordhessisch. Mein südhessischer Vater hat sich notgedrungen assimiliert.

    • 20. Juli 2013 12:00

      Da hört man’s auch knuspern; hübsch! Danke!
      Ob sich daraus eine Regel ableiten läßt: wer kocht, bestimmt, wie das Gericht heißt?

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