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Arm dank Bahn?

28. Mai 2008

Qype-Beitrag zu Deutsche Bahn AG, Bewertung: ** (von 5)

Um das klarzustellen: Ich fahre gerne Bahn. Es ist mir tausendmal lieber, vier Stunden im ICE zu schlafen, zu arbeiten oder Krimis zu lesen, als drei Stunden auf Asphalt zu starren und dabei keine Sekunde abschalten zu können. Sogar Verspätungen kann ich etwas abgewinnen — Beobachtungen, Bekanntschaften, Geschichten.

Wenn ich allein nach München fahre, kostet mich das mit der Bahn — dank BahnCard 50 — gut neunzig Euro, hin und zurück. Das ist etwas weniger Geld als für die Autofahrt, und es schont die Nerven. Oft genug bin ich mit der Bahn sogar schneller.

Sobald wir aber zu sagenwirmal viert unterwegs sind, kostet die Bahnfahrt dreihundertsechzig Euro (sofern alle Beteiligten für die Hälfte fahren!), und ich frage mich: Können wir uns das wirklich leisten?

Plötzlich plustern sich die Nachteile der Bahn, bauen sich auf und springen so richtig ins Auge: Wir müssen mehrfach umsteigen, mit Gepäck. Ich bin nicht flexibel (Abstecher? Ha!). Vielleicht muß ich stehen oder, schlimmer, zwischen Menschen mit undichten Kopfhörern sitzen. Und hinterher bin ich wieder erkältet, dank des ganzjährigen Winters im ICE.

Und dafür sollen wir zweihundertvierzig Euro draufzahlen? Für hundertzwanzig Euro nämlich lade ich die Gesellschaft nebst Gepäck ins Auto, erreiche München und finde dort einen nicht allzu teuren Parkplatz im Umkreis des Ziels. Als Nervenbündel und Umweltferkel zwar, aber sehr zugunsten der Haushaltskasse.

Das ist verkehrte Welt. Bahnfahren darf nicht teurer sein als Autofahren. Aber die politischen Entscheidungen, die dieses Mißverhältnis wieder zurechtrücken würden, werden offenbar nicht getroffen. So nutze ich die Bahn mit einem schalen Gefühl: ich handle zwar verantwortungsbewußt, belohnt wird jedoch die unvernünftige Alternative…

(Ha. Vielleicht ist das die Idee, mit der ich endlich reich werde: Ich fülle künftig auf längeren Reisen mein Auto mit sparwilligen Bahnfahrern.

Wenn ich nur nicht so elend ungern Auto fahren würde…!)

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One Comment leave one →
  1. 1. Oktober 2012 12:19

    Für Sie sind also undichte Kopfhörer (was für ein Ausdruck! Danke!) auch das größte Ärgernis beim Zugfahren, noch vor dem Stehen? Sofort fühle ich mich weniger allein.

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