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Freitagstexter: angepackt!

8. Dezember 2017

Beim letzten Freitagstexter auf Frau Aurorulas Dachboden habe ich mit der kürzesten Antwort auf einen ungeputzten Spiegel den Pokal abgestaubt. Dankesehr! Der steht jetzt hier in einer gründlich gewischten Ecke und wartet auf den nächsten Einsatz.

Also runter ins Archiv, in den Beständen gegraben, und da haben wir’s doch schon: ein Bild, gut verpackt.

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Nun bitte, sehr verehrtes Publikum: her mit den Überschriften aller Art, bis dienstagmitternachts hier in die Kommentarspalte. Das Regularium findet sich hier. Viel Vergnügen!

(Erstkommentare schalte ich frei, sowie ich sie finde.)

 

Aus gegebenem Anlaß: ACHTUNG! Wer hier mitmacht, riskiert im Falle des Gewinnes, selbst den nächsten Freitagstexter ausrichten zu müssendürfen! Wer nur mitmachen will, füge bitte „außer Konkurrenz“ hinzu.

 

 

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Maschinengeflüster II

3. Dezember 2017

Im Netz trifft man mich unter anderem unter Hermann Kuchen Brief. Bis vor kurzem zumindest führte das zu einem der beliebtesten Artikel auf meinem Blog. So was finde ich ganz interessant; anhand gewisser Zugriffe kann ich zum Beispiel darauf schließen, wie das Wetter im Lande ist oder ob ein Feiertag naht. Das Textchen über den Sauerteigkuchen jedenfalls wurde über ein paar Jahre hinweg monatlich stabil oft angeklickt, knapp überrundet vom darin verlinkten Bild mit der Anleitung. Suchmaschinen schienen mein Blog einigermaßen weit oben zu listen, wenn jemand nach Hilfe beim Backen eines Hermann-Kuchens suchte.

Im Februar dieses Jahres änderte sich etwas. Stabile Zugriffe auf das Bild mit der Anleitung; die auf den Artkel selbst halbierten sich. In den Referrern tauchte jetzt immer wieder einer auf — „lakritze-wordpress-com.cdn.ampproject.org/…“. Ich schaute mir das an: mein Text, 1:1 in einer fremden Umgebung, klare Schrift, heller Hintergrund, eigentlich hübsch. Nur noch für das Bild mußten Leser, die es sehen wollten, tatsächlich auf mein Blog.

In den folgenden Monaten sank die Zahl der Klicks auf den Artikel, seit August Tendenz gegen Null. Beim Bild der Anleitung: dasselbe, mit etwas Verzögerung. Und gucke da: Suchmaschinen listen meinen Artikel nicht mehr so weit oben, daß noch jemand darauf stößt.

Das „Ampproject“ will, anscheinend in Kooperation mit Google, die Darstellung von Webseiten auf Mobilgeräten beschleunigen. In meinem Fall hat das wohl zunächst zu einer Dopplung meines Artikels geführt — und dann dazu, daß dieser aus dem Fokus der Suchmaschine rutschte? Hm.

Ich beobachte und stelle Vermutungen an, ohne über die Prozesse wirklich etwas zu wissen. Auch fehlt mir das finanzielle oder sonstige Interesse an solchen Dingen; wie aber wäre das für Leute, die davon leben, daß ihre Inhalte gefunden, daß ihre Seiten geklickt werden? Mit Journalisten und Autoren, mit Dienstleistern oder Händlern?

Da sitze ich mit meinem Blog wie in einem Boot auf einem stillen See. Der Himmel spiegelt sich tagein, tagaus im Wasser. Eigentlich ändert sich nichts, aber manchmal meine ich Schatten in der Tiefe zu sehen, große Wesen, die da unten ihre Bahnen ziehen und nichts mit mir zu schaffen haben; hier und da ein Kräuseln der Oberfläche vielleicht, vielleicht ein kaum merkliches Schaukeln des Bootes.

Manchmal denke ich: schade, daß ich nicht tauchen kann.

 

 

 

Hier nicht zu sehen

29. November 2017

Schwarz und gelb gescheckt: Ahornblätter, die als feuchter, rauher Teppich den Weg bedecken; darin ein gleiches Ahornblatt, genauso schwarz und gelb, das einen Fingerbreit über den anderen schwebt, vom eigenen Stengel im Abstand und in der Balance gehalten. Überhaupt, diese viel zu schwarzen Flecken auf dem Laub mancher Ahornbäume dieses Jahr. Wie Teertropfen, wie Löcher in mondlose Nächte. (Ich hätte das gern fotografiert.)

Oh, und wie das Licht mit dem Dunst des Flusses spielt an einem bewölkten Tag! Als würde das Wasser kochen, hebt sich Grau hinter Grau. Die Uferhänge ohne Laub, von rasenden Wolken schwarz gescheckt und hier und da von Sonnenflecken angesteckt, daß sie auflodern; der Strom unten, Silber und Blei, reicht den Weiden bis zu den Knöcheln und ist viel zu aufgeregt, um die Uferpromenaden ordentlich zu spiegeln. (Nun gut, das läßt sich, wie ich weiß, ohnehin nicht abbilden.)

Die Fassade der 20er-Jahre-Apotheke, Granit, mit stark stilisierten Tierkreiszeichen, wirkt unaufdringlich-repräsentativ. Es ist aber eine Wäscherei darin; in einem Fenster wirbt sie mit einem blütenweißen Hemd, in Folie auf die Scheibe geklebt. Direkt darunter das Tierkreiszeichen Krebs: sieht aus wie ein weiteres Hemd, aus Stein, aufgeregt winkend. Ich muß lachen und mache ein Bild. Ein junger Mann, der hinter mir geht, bleibt an derselben Stelle stehen, zieht das Smartphone und knipst ebenfalls. Vielleicht erscheint dieses Bild, auch wenn ich’s nicht mehr zeigen kann, in einem fremden Feed; das würde mir gefallen.

(Die Kamera ist wirklich weg; damit muß ich mich wohl abfinden.)

 

 

 

Alle Jahre früher

24. November 2017

Es wintert, finstert und dezembert wieder.
Und wie die Tage täglich kürzer werden,
so häufen sich die üblichen Beschwerden:
Schon sträuben Engel güldenes Gefieder,

schon jingelt es, schon tönt’s und schallt’s, schon funkeln
die LEDs und blinken grell und bunt;
auf Weihnachtspyramiden geht es rund,
Geschäfte streuen werbend Licht im Dunkeln.

Jetzt kommt die Zeit, in der ich mich verkrieche.
Bis wirklich Weihnacht ist, bin ich längst müd
und froh, wenn ich kein Spekulatius rieche,

wenn weder Wein noch Zwenzkranzkerze glüht.
(Und wenn wir wirklich wieder etwas feiern,
dann frühestens das Fest mit diesen Eiern.)

 

 

Kein Bild

20. November 2017

War nicht mein Tag, und ich hätte die Kamera vielleicht daheim lassen sollen: Ich habe sie nur kurz abgelegt, um mein Gepäck ordentlich zu verteilen, und sie dann im Zug vergessen. Schon am Bahnsteig, der Zug war noch gar nicht richtig weg, fiel’s mir auf; die Kontaktummer für Fundsachen, die ich dann in einem Aushang las, begann mit 0900.

Ich erinnere mich gut, wie mir Derartiges mal in einem Zug eines Bahn-Subunternehmers geschah, in der Mittelrheinbahn auf dem Weg zu einer hübschen Wanderstrecke. Mein Hut, schon etwas mitgenommen, aber heiß geliebt, war in der Gepäckablage liegengeblieben. Ich fand am Bahnsteig eine Kontakt-Telefonnummer, rief an und hatte eine freundliche Dame am Apparat, die zwei, drei Fragen stellte, mich um Rückruf bat und mir dann sagte, ich möge eineinhalb Stunden später wieder am Bahnsteig stehen. Den Hut reichte mir der Zugführer dann aus dem Fenster des Führerhauses. Er lachte, ich strahlte; den Hut habe ich heute noch, die MRB in allerbester Erinnerung.

Nun also: 0900, oder Internet. Ich habe am Abend die Verlustmeldung im Netz aufgegeben, ein Formular ausgefüllt (Digitalkamera, Farbe: schwarz, wertlos auf dem Markt für Elektronik, mir aber sehr ans Herz gewachsen) und abgesendet. Noch in derselben Sekunde bekam ich eine Mail mit einer „Verlustmeldungsbestätigung“ und einer siebenstelligen Nummer, von der Fundservice DB AG (no reply).

Nun warte ich. Man kann nur hoffen.

 

 

 

Umgestülpt: Das Flusensieb

6. November 2017

Früher war mehr Flusensieb; jedes Jahr umstülpen lohnt sich nicht mehr. Aber gelegentlich schaue ich schon noch rein in die Sammlung von Suchbegriffen, mit denen mein Blog gefunden wurde. Dazu zählten im vergangenen Jahr, nach Themenkreisen sortiert:

    Aktuelles und Lebenshilfe

humor abwesenheitsmeldungen
Also, ich würde das nicht so an die große Glocke hängen. Wenn Sie keinen haben, dann haben Sie keinen, und Schluß.

normaler text frohe weihnachten
Suchen Sie nicht weiter – frohe Weihnachten ist ein ganz normaler Text.

weihanchtlihce abwenseheitsntiz
Seien Sie froh, daß Sie überhaupt irgendwas gefunden haben. Aber trösten Sie sich —

unverbesserbar duden
Nicht mal Nachschlagewerke sind unverbesserbar. Andererseits wird mit Nachschlagewerk manches besser.

    Freizeit

aussicht rhein
Muß man gesehen haben! Gute Schuhe anziehen, morgens mit dem Zug ins Mittelrheintal, ein Stückchen den Rheinsteig- oder Rheinburgenwegschildern folgen. Lohnt bei jedem Wetter.

    Haushalt und Einrichten

trulli im kochbeutel
Tut mir leid, aber die werden nicht gekocht. Die werden gekalkt.

vogeltapete
Vermutlich mit das Schlimmste, was Vögeln zustoßen kann.

    Tierwelt

käfer der käfer auf den rücken dreht
Gemein. Wo bleibt der Käfer, der Käfer wieder auf die Beine stellt?

weißes felliges tierchen
Hm. Kommt auf die Größe an. Maus: Einfach ignorieren. Katze: Vorsicht, Gefahr durch Adoption. Eisbär: Schnell! Nix wie weg!

    Sonstiges

https://lakritze.wordpress.com/
Eine Suchmaschinenanfrage, die zu Hosenträgern Gürtel trägt. Das hätte Ihr Browser auch ganz allein gefunden.

 

 

Schöne Sachen XLVI

4. November 2017

Herbstversprechen.

Freitagstexter: Pokal, Pokal!

1. November 2017

Was macht ein Einwegrasierer an der Uferkante? Das war Aufgabe beim vergangenen Freitagstexter. Vielen Dank allen, die mitgedichtet haben!

Diesmal gingen, wenn ich recht zähle, acht Unterschriften ins Netz.

Bronze geht an la-mamma mit einem Werbeclaim, den ich gar nicht fertiglesen kann ohne Schaudern:
„Nie wieder lästiges Verhängen von Seeigelstacheln in Ihren Fußsohlen!“
Da hopst man innerlich in Sympathie mit über den Strand.

Silber geht an liuea für ihr poetisches Manifest:
ich rasiere solange zeilen in den fels, bis das wasser sie mir vergibt.
Ein schönes Bild: Gravieren und Schleifen, und die Zeit macht sowieso alles glatt.

Der große Goldeimer hingegen geht an den Herrn Wortmischer, der Popkulturzitat mit Mehrsprachigkeit kombiniert:
God shave the dolquin
Unrasierte Delphine hat Gott gewiß nicht gewollt.

 

God shave the dolquin

Tusch, Applaus, und wir sehen uns dann hoffentlich bald wieder in der Gedankenschmiede!

 

 

Postkarte vom Mittelrhein

29. Oktober 2017

Der Rheinburgenweg links des Rheins ist im Vergleich zum Rheinsteig drüben ein bißchen ruhiger, ausgeglichener, nicht gar so glamourös. Und meist auch nicht so überlaufen. Ich habe ihn gern, vor allem im Herbst. Von Boppard gehe ich flußaufwärts; in St. Goar gibt’s, wie ich weiß, Kaffee.

Das Land trägt neue Kleider.

Ich breche in aller Frühe auf. Die schleifenden Wolken machen mich erst glücklich und dann naß: der Morgen vergoldet sie, bevor sie regnen, und an ihnen hängt ein ganzer herrlicher Tag.

Hunsrück und Taunus liegen wie verbeulte Kupfer- und Messingpötte am Fluß; hier und da gibt die Sonne ihnen Glanz. Wo Wein wächst, leuchten Gelb und Rot. Lichter Eichen-Niederwald wechselt sich ab mit aufgelassenen Gärten, man sieht noch die Terrassenmauern und verwilderten Flieder. Kein Walnußbaum hat heute was für mich; ich frage mich, wie die Eichhörnchen das diesen Winter machen, ganz ohne Rucksäcke voller Proviant.

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Freitagstexter: Der Bembel ist ein Bumerang!

27. Oktober 2017

Uuuund da ist er wieder, der Freitagstexter, nachdem ich bei Aurorula mit Außerirdischen punkten konnte (danke!). In einer neuen Runde geht es um den Digitalpokal, Ruhm und Ehre und darum, die nächste Runde auszurichten.

Die Regeln weiß der Herr Wortmischer (von dem auch all die hübschen Freitagstextergrafiken stammen). Das Bild steht unten, nackt & bloß; bis Dienstag um eins vor Mitternacht heißt es: Ring frei für lakonische Legenden, überbordende Untertitel, ausgefallene Einfälle, Fäuste auf Augen und irgendwas mit Eimern. Oder ganz was anderes! Und wer dann weiterbildern muß darf: Der Mittwoch bringt es an den Tag.

 

[Diesem Bild fehlt ein Text. Viel Vergnügen!]

 

(P.S.: Erstkommentare schalte ich frei, sowie ich sie finde.)