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Ähäms. (Gelesen.)

25. März 2015

Dem Himmel sei Dank: ich bin zumindest nicht so weit gegangen, sie mir zu kaufen; sonst hätte ich jetzt einen Regalmeter weniger Platz. Und müßte mich wohl gelegentlich erklären.

Ich mag’s ja knapp und klar, freue mich an schöner Sprache und lese gern Menschen hinter den Worten. Reiseberichte, Essays. Mich interessiert das Geschichte von Geschichten, die Netze von Assoziationen. Namen kann ich mir nicht merken. Und dann …

Ein Epos.

Amerikanische Fantasy, besessen von der Alten Welt und ihrer Historie. Erzählt aus verschiedensten Perspektiven. Horden von Protagonisten in komplizierten Sippengefügen. Drachen. Zombies. Zauberei. Blut in Strömen. Muß ich mehr sagen?

Ich weiß nicht mehr, wie ich an die Bücher geraten bin. Man las ja und hörte so einiges; dann stellte ich fest, daß ich den Autor über eine Kette von zwei Personen kenne, und dann dachte ich, na, wann war das letzte Fantasy-Buch. Also lese ich doch mal eins.

Eins –! Pustekuchen.

Fortan hatte ich keine Parallelbücher mehr. Ich schlief nicht viel, las beim Essen, und wenn ich die Wohnung verließ, schleppte ich ein absurd dickes Taschenbuch im Rucksack mit.

Was kann ich zu meiner Entschuldigung anführen? Die Geschichte ist spannend erzählt, plausibel erfunden, und es ist noch nicht recht klar, worauf sie hinauswill. Blicke hinter die Kulissen von Macht. Saftige Welten. Und, herrje, Hauptpersonen? Bleiben nicht am Leben. Ganz im Gegenteil. Nach jedem Kapitel denkt man, puh, noch mal gutgegangen. Oder eben nicht … Jedenfalls las ich sämtliche verfügbaren Bücher am Stück, paar tausend Seiten alles in allem. Jetzt ist erst mal Ruhe.

Fünf Bände gibt es, jeder dicker als der vorhergehende. Zwei sind noch geplant; mit etwas Glück ist der Spuk also in sechs bis zwölf Jahren vorbei.

(Bei Sätze&Schätze fiel ich über die äußerst vergnüglichen Verschämten Lektüren: aaaah, alle haben Leichen im Keller. Sogar wer selbst schreibt. Und wer keine hat, gibt es bloß nicht zu.)

Gute Nachricht

20. März 2015
Die Sonne ist wieder ganz.

Die Sonne ist wieder ganz.

Genau so.

18. März 2015

Auf dem südlichen der beiden Türme, unwahrscheinlich hoch, höher kommt man nicht ohne Flügel: da stehst du am Rand der Aussichtsplattform, dicht beim Selbstmörderzaun. Der Wind macht dein Haar wild; du ziehst die Jacke um die Schultern. Vor dir, tief unter dir: Stadt bis zum Horizont und darüber hinaus. Ein Meer von Stadt. Später wirst du erzählen, wie man den Hubschraubern auf den Kopf spucken kann von hier.

Ich sehe deinen Schopf, dein Ohr. Die Linie deiner Wange, die im Jackenkragen verschwindet, ist im Lächeln gewölbt; ich sehe dich über eine Weltstadt hin schauen, die du dir zur Heimat gemacht hast, und manchmal bedaure ich, daß ich deine Augen nicht sehen kann, daß dein Blick der Ferne gilt. Manchmal hätte ich gern, daß du dich zu mir wendest; aber das ist nun mal der Moment, den ich festgehalten habe. Der ist, was sichtbar bleibt. Nicht mehr, nicht weniger.

In einem Jahr, von diesem Moment aus gesehen, wird es den Turm und seinen Zwilling nicht mehr geben. In zwei Jahren wird es dich nicht mehr geben. Was du Zuhause nanntest, ja, selbst mich würdest du heute kaum wiedererkennen.

Ich müßte dir das Bild zeigen. Da, siehst du? Beweisfoto. Es ist alles gewesen. Genau so.

 

Beitrag zum Projekt *.txt (4: Bild).

–> alle meine *.txte

 

Denn alles Fleisch, es ist wie Gras

16. März 2015

Er geht uns ausnahmslos alle an; vielen von uns wird er mehrfach begegnen, in vielerlei Gestalt, manche von uns über Jahre und Jahrzehnte beschäftigen. Trotzdem tun wir, wenn man uns läßt, so, als gäb’s ihn nicht, den Tod.

Entsprechend blinkt und leuchtet das Projekt von Christiane Frohmann: Tausend Menschen schreiben über den Tod, kurze Texte, die sich dem allgegenwärtigen Unbekannten aus tausend Blickwinkeln nähern.

Von Tausend Tode schreiben habe ich zuerst bei SoSo gelesen und bin dann eine lange Weile drumherum geschlichen; schließlich habe ich mein Textchen eingeschickt, das nun als Nummer 402 dabei ist.

Auf meinem elektronischen Lesegerät aber liegen jetzt Hunderte von Toden, und ich kann nicht anders, ich muß immer wieder hineinlesen. Wirklich: Lektüre, die packt. Fiktion steht da neben Erlebtem, Wohldurchdachtes neben roh Gefühltem; Weinen, Lachen, Wut und Friedenmachen, es ist für alles Platz. Wie er halt kommt, der Tod. Das einzig Gewisse. Immer überraschend.

Seit Freitag gibt es mit der dritten Version 425 Texte über das Ende des Lebens; im September sollen die 1000 voll werden. Dafür braucht es noch Autoren. Zum Berühmtwerden ist das sicher nichts, so als eins unter tausend. Reich wird man auch nicht – die tausend Honorare gehen als Spende an ein Kinderhospiz. Es ist die Möglichkeit, die eigene Perspektive hinzuzufügen zu diesem großen, großen Bild vom Ende des Seins, von dem sich der Blick unweigerlich dem Leben zuwendet und seiner kostbaren Schönheit, seiner Vergänglichkeit.

Und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen …

Hier gibt es sämtliche Informationen über Tausend Tode schreiben.

 

 

Vorfrühlingsfreude

12. März 2015

Er sieht noch ganz wie Winter aus, aber er duftet schon nach Pferdemist und Waldmeister. Die Wege sind weich, die Schuhe schwer, und doch hat jeder Schritt Flügel. Wo noch nichts wächst, treiben die Vogelgesänge Blüten. Oh, und wie warm die Sonne scheint! Hinter geschlossenen Lidern ist gleich alles grün. Eine Woche noch, wenn’s hoch kommt, zwei, und dann.
Dann!

Marienkapellchen; Dach überm Kopf, Drache im Baum.

Marienkapellchen: Dach überm Kopf, Drache im Baum, Sonne im Gezweig.

Neues aus dem Flusensieb

1. März 2015

Die Suchmaschinen werden ja immer geiziger mit Auskünften darüber, wie man gefunden wurde mit seinem Blog. Hier die spärlichen Reste aus meinem Flusensieb.

abwesenheitstext für die tür
Schnickschnack. Keine Tür braucht so was. Wenn sie weg ist, ist sie weg; das sieht jeder sofort.

lakritze öffnen blutgefäße
Würde ich nie tun!

rostige eierbecher
Doof, aber nicht schädlich, und manchmal sogar schön.

schöne xxx 16
Äh … was?

kevsmart007
Bitte. Paßwort nicht in wildfremde Suchmasken tippen.

pferdeschinken selber machen
Nichts leichter als das: Sie brauchen ein Pferd und, wofern es noch lebt, ein Bolzenschußgerät, und für den Rest gucken Sie einfach mal ins Internet.

käfer schmeckt nach lakritz
Das allerdings hätte deutlich schlimmer kommen können.

kleiderbügel sammeln
Also, von so was habe ich gar keine Ahnung.

normalverteilung gedicht
Welcher Graph sieht verdächtig nach Glocke aus?
Das ist die Normalverteilung nach Gauß …

(Naja. Andermal vielleicht.)

Kleine Ode an die kleinen Städte

23. Februar 2015

Hübsch hier! Diese schiefergedeckten Häuschen, ganz entzückend. Ja, so eng hat man früher gewohnt. Da, der Laden, so eine Dekoration hab ich als Kind so schön gefunden … und, oh, eine richtige echte Bäckerei!

Welten.

Welten.

In der kleinen Stadt stehen am Marktplatz Kirche und Stadtparkasse, Brunnen mit moderner Bronze samt Stifterplakette; an sechs von sieben Tagen wird hier geparkt. Auf der Straße grüßt man sich, und weil jeder jeden kennt, fällt der Fremdling auf. Familiengeschichten erzählt man sich bis ins vierte Glied. Mißgunst wohnt Tür an Tür mit Freundlichkeit. Hier lebt man …

Schöne Sachen XXXIV

19. Februar 2015
Schmetterlinge

Ordnungen.

Nichtbilder

14. Februar 2015

Ich erinnere mich an zwei oder drei Alben mit Familienfotos, die nach Schwarzweißbildern rochen; manche hatten kunstvoll gewellte Ränder, an denen man mit dem Zeigefinger entlangfahren konnte. Besonders faszinierten mich die halbtransparenten Papiere zwischen den Albumseiten, die, bei vollständiger Kenntlichkeit der Bilder, alle Details verbargen; sie saugten sich an den Seiten fest und wollten mit Vorsicht abgehoben sein. Sie trugen ein geprägtes Spinnennetzmuster, in dem hier und da pralle Spinnen saßen.

Die Bilder des Liebsten wohnten in zwei Schuhschachteln; sie waren nicht sortiert, aber sie klemmten ungefähr da, wo sie chronologisch hingehörten. Manche waren in den Umschlägen aus dem Fotogeschäft gebündelt. Feste, Urlaube, Auftritte, Zivildienst, Studium, Ausland — alles hatte er, wie’s kam, dokumentiert und mit der freundlichen Achtlosigkeit, die ich liebte, in diesen Schachteln verwahrt.

Beides, die Alben mit den Familienfotos und die Schachteln mit den Bildern des Liebsten, gibt es nicht mehr …

Das übliche halt.

12. Februar 2015
Was soll man dazu sagen.

Was soll man dazu sagen.

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