Einträge tagged ‘Bilder

24
Sep
09

Nǐ hǎo, Palü!

LKA

LKA-eingIm zweiten und dritten Stock wohnen LKA und Kripo, im ersten ein Chinarestaurant. Ich wollte da schon immer mal hin und die Hundertzehn bestellen.

(Der Schulpsychologische Dienst übrigens residiert eine Straße weiter, direkt neben einem Sexshop.)

20
Sep
09

Wahre Schönheit

Durchblick

Was treibt eigentlich die Völklinger Hütte so?

Das Alte Mädchen hat das Rauchen aufgegeben. Sie hat lange keine Männer mehr gefressen, kein Feuer mehr gespien, und sie säuft nicht mehr das Wasser aus der Saar. Ihr Kreischen und Rumpeln ist Vergangenheit, und die Hemden auf den Leinen der Stadt läßt sie sauber.

Ruhig ist sie geworden. Sie hat ihren grünen Daumen entdeckt, auch ihr Herz für Kinder. Sie gibt sich kulturbeflissen und, irgendwie, geschichtsbewußt. Dabei weiß sie über Spuren braunen Drecks hinwegzusehen.

Ihr letztes echtes Laster ist die Spitzenwäsche, in die der Rost sie kleidet und die sie schrecklich gerne herzeigt. Irgendwann, fürchte ich, wird ihr das zum Verhängnis werden. Wie dem auch sei — man dreht sich auf der Straße um nach ihr, und noch, noch ist sie jeden Umweg wert.

Besucht die Völklinger Hütte!

Rost

02
Aug
09

Postkarte von der Ostsee

Woraus Ferien bestehen: aus dem weißesten, weichesten Sand, Sonne auf den Schultern, dem vornehmen Rauschen der Ostsee und Nadelbaumduft. Alles Wichtige ist woanders. Wo komme ich gleich noch her? Muß ich da je wieder hin?

Und ein Stück weiter links die See.

Und ein Stückchen weiter links die See.

Der Nordosten hat mich überrascht, Usedom war wunderschön. Über die mehreren Millionen Marienkäfer konnte ich hinwegsehen — so ein Hut ist eine feine Sache. Ich habe Räucherfisch gegessen, Sterne beobachtet und für alle Fälle die Adressen notiert. Vielleicht sind ja irgendwann mal wieder Ferien.

Nicht sehr rauh, dieses Meer

Ein braver Strand (nicht die Nordsee)

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11
Jul
09

So geht das: Bandnudeln

sogehtsNichts geht über selbstgemachte Nudeln. Punkt. Kurz gekocht, mit Butter und Parmesan oder ein paar Blättern Basilikum: perfekt. Sie machen Arbeit, aber der Aufwand lohnt sich — so sehr, daß ich keine Nudeln aus der Tüte mehr mag.

Man braucht dazu sechs Eier, etwas über 500 Gramm Hartweizengrieß, eine Handvoll Mehl, etwa eine Stunde Zeit und gute Nerven. Kein Salz, kein Öl, kein Wasser!

Eier, Hartweizengrieß, etwas Mehl.

Eier, Hartweizengrieß, etwas Mehl.

Erst werden Eier und ein Teil des Grießes zusammengerührt. Wenn die Masse allmählich fest wird, geht es ans Kneten — echte Handarbeit; keine mir bekannte Küchenmaschine bekommt das hin. Zwischendurch erinnert der Teig in seiner Bappigkeit an etwas aus der Baustoffhandlung — egal, weiterkneten. Bis er nicht mehr klebt und sich glatt durchbrechen läßt.

Dann mit feuchtem Küchentuch abdecken und eine halbe Stunde warten.

Handtellergroße Kugeln dünn ausrollen, großzügig mit Mehl bestreuen, längs zusammenrollen und in schmale Streifen schneiden. Sofort entwirren und zum Trocknen ausbreiten. Nach einer halben Stunde kann man die Nudeln zusammenräumen; ich packe sie in eine Salatschleuder, damit sie nicht in der Schüssel festkleben. Im Kühlschrank halten sie sich zwei, drei Tage.

Nudeln für vier bis fünf hungrige Personen.

Nudeln für vier bis fünf hungrige Personen.

(Nach dem Nudelmachen sieht es in der Küche leider aus, als sei ein Mehllaster explodiert. Und die Kunst an dieser Anleitung besteht darin, Fotos zu machen, ohne den Fotoapparat zu ruinieren.)

So, das war meine Vorlage für den Hausgebrauch. Nudeln in elf Bildern.

Spektakuläre Anleitungen gibt es bei Karu: Wie werden lebensgroße Gipsfiguren gemacht? Wie funktioniert Bronzeguß? Und wem das noch zu leichtgewichtig ist, dem empfehle ich BerndBs Fotos auf flickr: Maximale Schwerlast auf vielen, vielen Rädern.

Viel Spaß!

23
Jun
09

Postkarte aus Hamburg

Architektenträume

Architektenträume in der Hafencity

Nachts am Hafen

Hamburg ist schick, sieht bei jeder Beleuchtung toll aus. Hambug hat Kultur, Geld, Lebensart. Eine gute Partie.

Wenn diese Stadt lächelt, sieht man ihr gepflegtes Gebiß, o ja, noch das eigene; hier und da sorgfältig wieder hergerichtet. Den Familienschmuck trägt sie gut sichtbar, ist aber auch Modernem nicht abgeneigt. Nur stimmen muß es. So putzt sie sich vor jedem Spiegel, ganz ohne Scheu. Hamburg achtet auf sich.

Auch das Untendrunter kann sich sehen lassen: Fliesen oder Kunst, hell, sauber, unmißverständlich beschildert. Es riecht frisch, nach Effizienz, nicht nach Abenteuer.

Sie muß einen festen Händedruck haben und ein lautes Lachen, womöglich einen Appetit auf deftige Kost. Hat ja viel gearbeitet in ihrem langen Leben. Vielleicht wird man auch mal, wenn man sie gut kennt, an ihre weiche Brust gedrückt und kriegt einen Grog gegen die Kälte.

Aber sicher nicht beim ersten Mal. Eineinhalb Tage sind ja auch keine Zeit.

Dann man auf Wiedersehen, Hamburg.

Planten und Blomen ist nicht dasselbe,

Regenpause in Planten un Blomen

wenn man über die Hecken gucken kann

Der Fernsehturm: Restaurant geschlossen

31
Mai
09

Etwas über Kleiderbügel

Gerade habe ich irgendwo gelesen, die sperrigen Drahtkleiderbügel aus den Reinigungen sollen durch umweltfreundliche aus Wellpappe abgelöst werden. Daraufhin habe ich mal nach »Kleiderbügel mit Wäschereiaufdruck« gegoogelt — und anscheinend bin ich der einzige Mensch im ganzen wilden, weiten Web, der sich für sowas interessiert.

buegel_reim

Ein bißchchen hölzern, aber immerhin gereimt

Nein, ich sammele sie nicht — sie sammeln sich bei mir. Aus der eigenen und ein paar anderen Familien, aus Haushaltsauflösungen und ererbten Kleidungsstücken. Einmal konnte ich auf einer Wanderung dem Sperrmüll nicht widerstehen und habe dann sieben Exemplare zwölf Kilometer durch den Wald getragen.

Da hängen sie an meiner Garderobe, mit ihren Werbesprüchen von Wäschereien und Schneidermeistern. Bieder, honett und entwaffnend optimistisch. So, als würde es Betriebe ewig geben, als seien Adressen gottgegeben und unveränderlich, die Maßschneiderei ein bombensicheres Geschäft. Als würden Kleiderbügel niemals weggeworfen werden.

Diese Relikte einer Zeit, der »Made in China« oder das Internet nicht im Traum eingefallen wären, rühren mich. Eigentlich ist es nur passend, daß Google so gar nichts zu diesen Bügeln weiß … Das allerdings dürfte sich mit diesem Blogeintrag ändern.

04
Mai
09

Geheime Botschaften: Zusatzstadtbewohner

Da hat Vilmoskörte wieder was Schönes angezettelt: in seinem Berliner Blog hat er die geheimen Botschaften seines Viertels gezeigt. Toll!, dachte ich. Und: Das haben wir auch! Das, ähnliches und anderes.

maennchenSchon lange beobachte ich diese kleinen Stadtbewohner. Sie treiben sich an Stromkästen, Laternenpfählen, Regenrohren und in Hauseingängen herum und lassen es allgemein an Respekt mangeln. Eigentlich sind sie recht unauffällig, aber seit ich sie im Blick habe, grüßen sie mich überall und heben meine Laune gleich um drei, vier Grade. Ich weiß nicht, wem ich sie zu verdanken habe, hoffe aber inständig, daß sie niemals dem städtischen Putzzwang zum Opfer fallen.

Einige von ihnen habe ich endlich eingefangen.

(Neu ist die Idee nicht — 2004 hat das wunderbare Stadtmagazin »Viertel vor« eine Bildreportage über sie gebracht.)

03
Mai
09

30 bunte Tassen — die letzte

Prunk & Pracht für Tee

Prunk & Pracht für Tee: Neuerer Porzellan aus Oberkotzau

neuerer_gedeck1Schon vorbei? Danke allen fürs Vorbeischauen und die netten Kommentare!

Für mich war die Tassenaktion eine Offenbarung. Nicht nur, daß ich bedeutend mehr als 30 Tassen in meinen Schränken habe. Ich habe erstmals einen Fotoapparat bedient, den mir nicht irgendwelchen Touristen in die Hand gedrückt haben (could you take our photo, please?). Das macht ja Spaß!

Insofern ist das hier kein Finale. Jetzt geht’s erst los.

03
Mai
09

30 bunte Tassen — Nummer Neunundzwanzig

Zwei weitere Einzelstücke: Kumpe von Gotlind Weigel; ich glaube, hier hat sie Glasuren ausprobiert. Das Ergebnis: Blau, in dem man sich verlieren könnte. Statt daraus zu trinken, starre ich sie meist einfach nur an.

weigel_kumpe

02
Mai
09

30 bunte Tassen — achtundzwanzig

Nun habe ich mich mit meiner Kamera nach draußen gewagt: Einer meiner Lieblingsläden ist das Paradies des guten Porzellans. In wirtschaftlich klammen Zeiten hat der Einzelhandel zu leiden, aber hier wird kompetent und freundlich das Ideal des Fachgeschäftes hochgehalten. Die Auswahl ist überwältigend, und es gibt immer etwas Neues, Nützliches oder besonders Schönes zu sehen.

Im Porzellanladen

Muhlke GmbH hat das schönste Porzellan




 

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