Im Park
Das kleine Kind ist ein ganz gewöhnliches Kind, eines von Milliarden, mit Windelpo und mit Flaum auf dem Schädel. In seinem Mund blitzen halb zwei Zähne. Auf dem Bauch schiebt es sich durch eine Welt, die immer größer wird. (Anfangs haben seine Eltern noch mehrmals am Tag die Wohnung gesaugt – inzwischen klopfen sie das Kind aus; ist einfacher.)
Wenn das kleine Kind schaut, dann schaut es mit aller Kraft; dann ist es so vollkommen auf Empfang, daß nichts hinausdringt aus diesen Augen. Wer in ihren Sog gerät, kann zappeln und zurückrudern und Grimassen schneiden, wie er will: es gibt kein Entkommen. Keine Täuschung verfängt hier. Doch es gibt ja auch kein Urteil in diesem Blick, der nichts kennt, nichts fürchtet, nichts vorwegnimmt. Trotzdem gerät man leicht ins Schwitzen.
Es ist ein bißchen so, als betrachte einen das Universum, leidenschaftslos, unüberraschbar, ewig.


Solange es zurückkommt, ist alles gut.
“Mit aller Kraft schauen” – da ist was dran.
Gebt dem Kind was zu schauen und zu lernen!
Kein Kind, um das man sich groß sorgen muß, würde ich sagen. Kommt immer wieder, und zum Gucken kriegt es genug. (Und wieder was gelernt: Schneller als Wegkrabbeln ist höchstens noch Nach-der-Kamera-greifen …)
Wie gut uns Deine Gedanken zu dem Kind gefallen!
Herzlich, dm und mb
Kind im Kern erfasst und beschrieben, scheint es mir.
3H, danke! Die meisten kleinen Kinder sind da ja recht entgegenkommend.
Frau Eichhorn, ich habe beobachtet, wie dieses Kind einen Herrn mitsamt Anzug binnen vier Minuten in Grund und Boden geschaut hat, und war fasziniert.