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Auf ein Wort.

27. Januar 2012
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Wer mein Blog kennt, erwartet hier keine Politik; von der hält sich Lakritze normalerweise fern. Aber jetzt gerade wird etwas auf den Weg gebracht, das weitreichende Konsequenzen für alle Netzbürger haben wird: ACTA.

Hier soll ACTA nicht zum hundertdrölften Male erklärt werden; das machen andere besser. Aber ich bitte alle Leser, die sich sonst vielleicht wenig aus Netzpolitik machen: Informiert euch! Glaubt nicht, daß nur ein paar Raubkopierer gegen ACTA sind, die um ihre kostenlosen Filmquellen fürchten. Glaubt nicht, euch werde es nicht betreffen.

Es geht um viel, viel Geld. Im Moment ist die Wirtschaft dabei, das Internet nach ihren Vorstellungen zu regulieren, das Recht an ihre Bedürfnisse anzupassen — unter Mithilfe von Politikern, die bestenfalls keine Ahnung haben, was sie da zur Welt bringen.

Lest in Politikblogs nach, schaut euch Videos an, und wenn ihr immer noch denkt, das werde schon nicht so schlimm, lest hier, was im EU-Parlament passiert.

Und tut etwas.

Das war es auch schon. Um Politik geht es hier wirklich nur in Notfällen.

Mehr so der Wintertyp

24. Januar 2012

Am Anfang gibt es Sekt im Kreis. Die Damen, acht an der Zahl, klimpern mit Schmuck und blinzeln sich beim Anstoßen zu. Ich, Nummer neun, bleibe sitzen (Verband links) und falle auch sonst aus dem Rahmen, so ohne was zum Klimpern. Dann Auftritt Farbberaterin, Zebraprint-Zweiteiler, zwei randvolle Koffer mit Material. Sie mache auch Typberatung und Feng Shui, sagt sie und setzt ein Häufchen Visitenkarten auf den Tisch. Anschließend erzählen alle in der Runde etwas über sich und ihren persönlichen Stil. Wortkarg kann ich, muß dann aber nicht, weil sie mir das Wort sowieso gleich entreißt und über Fakten aus der Kosmetikwelt plaudert. Dann geht es zur Sache.

Zur Sache …

Schöne Sachen XIX

22. Januar 2012

Widerstände, unsortiert.

Natural Born Korrekturleserin

20. Januar 2012

Nach kurzer Nacht mit schweren Träumen durchstreife ich die Stadt: Noch sind Gitter über die Schaufenster gesenkt; Tauben flanieren auf der Einkaufsmeile, während ein Rattenschwanz zwischen Mülltonnen verschwindet. Im trüben Frühlicht blenden Ladenschilder. In der Manteltasche umklammere ich meine Waffe. Ich spüre die Anspannung, ahne, was gleich kommen wird.

Schon trifft es mich von schräg rechts oben: »Blumen Laden«! Ich pariere routiniert — in einer fließenden Bewegung habe ich die Hand mit dem Stift aus der Tasche gezogen, die Kappe gelöst; ein knapper Schwung von links nach rechts: und da steht er, der Blumen-Laden, gebannt im Zusammenhang. Ich atme durch. Doch noch ehe ich den Stift sichern kann, sehe ich aus dem Augenwinkel eine Leerstelle blitzen. Ich wirbele auf dem Absatz herum: sie kommen zu dritt, eine »Damen Boutique«, ein »Angel Shop« und ein »Elektro Service«. Sie haben keine Chance. Ebensowenig wie »Moni’s Imbiss« und »Frieder’s Eck«, nur Momente später. Einige »Sonder Angebote« erledige ich im Vorübergehen, da spüre ich, wie sich mir die Haare im Nacken aufstellen. Es ist auf einmal sehr, sehr still.

Langsam wende ich mich um.

Da steht sie, obszön leuchtend, und funkelt mich an: die »Änderungs Schneiderei«! Verdammt! Und ich trage nichts als einen Filzstift bei mir!

Einen unendlichen Augenblick lang starren wir uns an. »Änderungs ist kein Wort!« knurre ich; dann hebe ich meine unzureichende Waffe und gehe zum Angriff über … Es ist ein Gemetzel. Aber ich schaffe es, meine Korrekturzeichen sitzen —

Ohne auch nur einen Blick zurück auf die Änderungsschneiderei setze ich meinen Weg fort.

Da! »Erlebnis Bäckerei«! — Reflexhaft packe ich den Stift … und zögere. Vielleicht wird hier gar nicht für eine Erlebnisbäckerei geworben, sondern für das Erlebnis Bäckerei? Wie soll ich das entscheiden, außerhalb der Ladenöffnungszeiten? Ich unterdrücke ein Gähnen, fühle mich hundert Jahre alt. Die Sonne geht auf. Im Zweifel für den Angeklagten, beschließe ich, und mache mich auf den Weg nach Hause.

Dort warten bereits ein »Knusper Müsli«, ein »Aroma Caffe« und die Lokalzeitung auf mich.

Es gibt viel zu tun.

Dialektforschung: weiter geht’s

19. Januar 2012

Acht Fragerunden gab es bereits von den Sprachforschern der Uni Augsburg. Ziel dieses Projekts ist es, einen Atlas des aktuellen Sprachgebrauchs zu erstellen, und jeder kann per Internet mitmachen.

Gerade wurden die Ergebnisse der achten Runde veröffentlicht: Wo wird mit »Mörtel«, wo mit »Speis« oder gar »Malta« gebaut? Wo zahlt man mit »Groschen«, wo mit »Zehnern«? Gibt’s Ärger wegen einer »Zwille«, einer »Katsche« oder einer »Fletsch«? Sicher gibt es drängendere Fragen, aber die Freude an den hübschen Wörtern ist den Klick wert.

Und dann am besten gleich die Fragen für Runde 9 beantworten.

Blätter

18. Januar 2012

Blätter im Kalten ...


… und …

Schöne Sachen XVIII

13. Januar 2012

Grünkohl.

Jugend

3. Januar 2012

Ein Ausflug ins Vergilbte: In meinem Karton für alte Schachteln fand ich diese, die einmal Briefpapier enthielt. Das Dessin namens Jugend zeigt elfengleiche Fräuleins beim Sportlichsein, beim Schönsein und beim Hosentragen, jede für sich umwölbt von einem schwungvollen 50er-Jahre-Schein.

Briefpapierschachtel 50er

Briefpapierschachtel.

Jemand hat auf der Schachtel schwierige Wörter ausprobiert; »Gesuntheit« und »Gesundtheit« sind durchgefallen und wurden zugunsten der »Gesundheit« gestrichen. Rechtschreibung war offenbar schon immer Übungssache. Nur werden in fünfzig Jahren in den entsprechenden Kartons eher Handysocken schlummern und ein Gewirr von Kabeln und Netzteilen.

Schon vorbei.

1. Januar 2012

Also auf ein neues — langsamer vielleicht, wachen Auges, frohen Herzens; mit leichter Hand fürs Tägliche und fürs Nächtliche offenen Armen, gehüllt in nur die besten Wünsche (wenn Wünschen denn hilft). Laßt uns ein gutes Jahr machen aus 2012.

Nature morte.

Besuch daheim

26. Dezember 2011

Hofeinfahrt.


Makramee.

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